Bildquelle: markteinblicke.de

Ich habe ein Problem. Denn ich stelle mir seit etwa eineinhalb Tagen folgende Frage: Was soll man berichten, über eine Woche, in der ein einziges Thema die Märkte bewegte? Zudem ein Thema, das bereits hinlänglich bearbeitet und von allen Seiten beleuchtet wurde? Ich meine, wenn es denn unbedingt gewünscht wird, wiederhole ich mich auch gerne: Dieser Handelskrieg, den der US-Präsident da entfesselt hat, der ist Mist! So wie jeder Krieg, weshalb die Parole, die bereits 1924 (!) ein von Käthe Kollwitz für den Mitteldeutschen Jugendtag entworfenes Antikriegsplakat zierte und seither von Pazifisten aller Länder auf ihren Bannern spazieren getragen wird, nichts, aber auch gar nichts von ihrer damaligen Aktualität eingebüßt hat. Ganz im Gegenteil. Und wenn wir schon dabei sind, dann möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass das für JEDE Form von Krieg gilt. Außer natürlich, denn keine Regel ohne Ausnahme, für George Lucas‘ kongenialen „Krieg der Sterne“, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Die, zu der wir jetzt zurückkehren, ist die unendliche rund um den Zollstreit, der mittlerweile ein Volumen in Höhe eines dreistelligen Milliardenbetrags erreicht hat. In Euro und in US-Dollar, wobei sich die Zahl ja ohnehin beinah stündlich ändert. Und auf die Kurse drückt:

Freitag, der 13.

Die konnten zum Wochenanfang zwar etwas Boden gutmachen – der DAX legte beispielsweise bis Dienstagabend 0,9% zu und ging erstmals seit dem 21. Juni oberhalb der 12.600er-Schlüsselstelle aus dem Handel. Die Freude über diesen Etappensieg währte allerdings nur über Nacht und damit kurz, denn schon zur Eröffnung des Mittwoch-Handels riss der deutsche Leitindex ein 100-Punkte breites Gap in den Chart und sackte im Tief sogar unter die 12.400er-Marke ab. Per Saldo stand am Ende eines langen Tages ein Minus von 1,53% zu Buche, womit die vorherige Erholung auch schon wieder passé war. Immerhin, gestern versuchten sich die Kurse an einem Pullback, das jedoch nur in Teilen glückte. Denn es reichte zwar für ein solides Plus von 0,6%, der direkte Re-Break der 12.600er-Schlüsselstelle blieb den Blue Chips jedoch verwehrt. Damit ist die gestrige Gegenbewegung (noch) nicht als (trendbestätigendes) Pullback einzustufen. Ob das gelingt, wird also der heutige Handelstag zeigen müssen. Freitag, der 13., das passt ja! Mehr zur aktuellen charttechnischen Ausgangslage haben wir wie immer in der untenstehenden Rubrik „Watchliste“ für Sie zusammengefasst. Enden wollen wir an dieser Stelle mit dem Ausblick auf die kommenden Sitzungen. Denn auch die dürften unter dem Einfluss der leidigen Zollgeschichte stehen. Zudem geht die Berichtssaison in die Vollen, was immer wieder für die ein oder andere Kursschwankung bzw. -überraschung gut ist. Die Frage, wer am Sonntag neuer Fußball-Weltmeister und damit Nachfolger der deutschen Nationalelf auf dem FIFA-Thron wird, gerät da, angesichts der Spannung in den Märkten, ja beinahe schon zur Nebensache!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

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