Bildquelle: markteinblicke.de

An der Wall Street konnten der Dow Jones und auch der Nasdaq mehr als zwei Prozent zulegen, während der DAX sich nur marginal veränderte. Das Chartbild hat sich damit kaum geändert. Dennoch gilt als Handelsvorbereitung eine Erarbeitung der Marken, an denen es zu einem Ausbruch kommen könnte.

Die Bewegungen der Vorwoche

Mit nur 0,36 Prozent Veränderung gab es im DAX auf Wochensicht keine Änderung der Signallage. Immerhin fand diese Veränderung im Plusbereich statt. Damit baute der Index zwar sein Plus im Monat Juli auf 1,9 Prozent aus, überzeugen konnte dies jedoch noch nicht alle Anleger. Nur schrittweise wurde hier gekauft, jedoch immerhin an vier von fünf Handelstagen.

Die Woche startete bereits positiv und konnte am Dienstag das erste bullishe Ziel aus der Vorwochenanalyse (zum Nachlesen) anlaufen.

Sollten die Bullen diese obere blaue Kante der Trading-Range überwinden, ist erneut mit einer schnellen Bewegung von rund 100 Punkten bis zur 12.610 und darüber sogar bis zum ehemaligen GAP des 19. Juni bei 12.780 Punkten zu rechnen.

Hier überschoss der DAX kurz und verweilte letztlich punktgenau (Schlusskurs XETRA am Dienstag 12.609,85 Punkte) – im Nachgang noch einmal das Bild dazu aus eben verlinkter Analyse:

Überraschend kam dann am Abend ein bekanntes Thema hoch. Die Lage im Handelsstreit zwischen den USA und China verschärfte sich erneut, wie am Mittwoch im Forum kontrovers diskutiert wurde. Immerhin wurden Zölle auf rund 800 chinesische Produkte erlassen, wie die Tagesschau berichtete.

„Das Inkrafttreten der Zölle bedeutet eine neue Stufe der Eskalation“, sagt Hanna Müller, die den Bundesverband der Deutschen Industrie in China vertritt.

Dies äußerte sich im Chartbild sofort mit einem GAP zur Handelseröffnung am Mittwoch auf der Unterseite von mehr als 100 Punkten, dass man im 15-Minutenchart sehr deutlich sehen konnte:

Dies war im Nachgang betrachtet der einzige negative Handelstag der Kalenderwoche. Bis zum Wochenausklang konnte der Index erneut aufholen und sich über 12.500 Punkten etablieren.

Apropos GAP: Im Dow Jones konnte man diese Woche ebenfalls die GAPs sehr gut handeln. Als Widerstand (wie hier auf Facebook und nextmarkets gezeigt) und später auch als normales GAP-close-Trading.

Wird das GAP geschlossen?

Im weiteren Verlauf konnte der Dow Jones sogar die runde Marke von 25.000 Punkten zurückerobern und über dieser die Handelswoche beenden. Ein sattes Plus von mehr als zwei Prozent blieb stehen, auf dass Deutsche Anleger eher neidisch blickten. Denn der DAX-Wochenschlusskurs lag im XETRA-Handelssystem nur drei Punkte über dem Schlusskurs vom Montag, dem ersten Handelstag der Woche.

Es war eine sehr bewegungsarme Woche mit einer maximalen Handelsspanne von 240 Punkten. An dieser Stelle sehen Sie die einzelnen Handelstage noch einmal in Listenform:

Dabei hing der DAX am Freitag im Stundenchart ziemlich „in der Luft“:

Man kann im Fazit von einer „Lauerstellung“ beim DAX sprechen oder wie fügt sich dies im großen Zeitrahmen zusammen?

DAX-Ausblick auf die neue Woche

Das Heranlaufen (und kurze Überschreiten) des ersten bullishen Ziels aus dem Stundenchart ist „abgearbeitet“. Darüber konnten keine neuen Käufer angelockt werden, zu sehr belastete der Handelsstreit. Diese News kamen denkbar ungünstig zurück ins Spiel und zu den Emotionen der Marktteilnehmer, sonst wäre die Bewegung vermutlich fortgesetzt worden. Immerhin half das Bekenntnis von Trump zur NATO dem DAX wieder etwas nach oben, wie das Handelsblatt berichtete.

So schaut das aktualisierte XETRA-Chartbild wie folgt aus:

Erst ein Überschreiten der 12.610 auf Schlusskursbasis würde hier ein größeres Kaufsignal freisetzen, welches bis zum nächsten Widerstand dieser Zeiteinstellung (siehe auch Vorwochenanalyse) bei 12.780 Punkten führen könnte. Auch diesen habe ich wieder in das Chartbild implementiert:

Die Stimmung dürfte erst wieder kippen, wenn die blaue Seitwärtsrange nach unten unterschritten würde. Auch daran ändert sich grob gesagt nichts zur Vorwoche, da sich der DAX nicht grundlegend bewegte. Dennoch bringe ich dieses bärishe Szenario noch einmal in das aktualisierte Chartbild ein:

Vielleicht geben die folgenden Ereignisse in der Kalenderwoche 29 diesen notwendigen Impuls, um uns Trader vor dem Sommerloch zu schützen?

Gleich am Montag dürfte das Hauptaugenmerk auf dem Treffen zwischen US-Präsident Trump und Russlands Regierungschef Putin liegen. Die Einzelhandelsdaten aus den USA treten damit wohl am Nachmittag leicht in den Hintergrund. Dienstag und Mittwoch spricht jeweils FED-Chef Powell, bei dessen Worten Börsianer sich einen Ausblick auf die Zinspolitik der US-Notenbank erhoffen. Alle weiteren Termine sind geringer gewichtet und im Wirtschaftskalender einsehbar.

Somit wünsche ich einen spannenden und gewinnbringenden Wochenstart.

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Original abrufbar unter Trading-Treff.de bezieht sich auf den DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900).

Bildquellen: Andreas Mueller / markteinblicke.de

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