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Die ersten Zahlen trudeln ein und Anleger können zufrieden sein. Bisher haben erst 6 % der S&P 500 Unternehmen Zahlen präsentiert, doch die können sich sehen lassen. Fast 90 % der Unternehmen konnten die Gewinnerwartung schlagen und über 80 % konnten die Umsatzprognosen übertreffen.

Das ist hoch. Im letzten Quartal lagen fast 80 % über den Erwartungen. Über den Erwartungen zu liegen ist normal. Zwei Drittel der Firmen schaffen das im Durchschnitt. Wenn dann aber plötzlich 80-90 % der Unternehmen die Erwartungen übertreffen, ist das wirklich positiv.

Im ersten Quartal stieg der Gewinn je Aktie im Durchschnitt um ein Viertel. Für das zweite Quartal wird ein Anstieg von 20 % erwartet. Ein Großteil davon ist nicht auf organisches Wachstum zurückzuführen, sondern einfach auf niedrigere Steuern. Das ändert aber nichts daran, dass Anleger am Ende mehr Gewinn erwarten können.

Auch andere Faktoren sprechen für eine gute Berichtssaison. Einkaufsmanager schätzen die aktuelle Lage positiv ein. Es gab einen temporären Rückgang während des zweiten Quartals, doch dieser ist fast wieder ausgebügelt (siehe Grafik). Die Stimmung der Einkaufsmanager und der Anteil an Unternehmen, die die Gewinnerwartungen übertreffen, verlaufen im Normalfall parallel.

Ob das reicht, um Indizes nach oben zu drücken, muss sich zeigen. Das erste Quartal war ebenfalls sehr gut und es ist an der Börse spurlos vorübergegangen. Wichtiger als die Zahlen ist vermutlich der Ausblick der Unternehmen.

In den Präsentationen finden sich immer Themen, die Firmen Sorgen bereiten. Dieses Mal wird es vor allem um das Thema Zölle gehen. Anleger erfahren in den kommenden Wochen, was Manager darüber denken und ob sie Einbußen erwarten müssen. Es ist vermutlich diese Information, die dem Markt Schwung verleihen wird (in welche Richtung auch immer).

Bisher sind Zölle kein großes Thema. Sie werden erwähnt, aber nicht auf eine Art und Weise, die Anleger aufschrecken lassen sollte. Vielmehr ist das größte Thema der Dollar-Wechselkurs. Der Dollar wertete in den letzten Monaten auf. Das schmälert die im Ausland erzielten Gewinne, wenn sie in Dollar umgerechnet werden. Dies wird Unternehmen und Anleger in diesem und nächsten Quartal beschäftigen.

Unterm Strich kann man eine Zahlenflut erwarten, die positiv zu werten ist. Derzeit deutet nichts auf Gewinnrückgänge hin. Der Markt ist zwar immer noch hoch bewertet, doch wenn Anleger das Vertrauen aufbauen, dass sich das Gewinnwachstum fortsetzt, kann der Markt auch noch einmal einen Sprung nach oben machen.

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Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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