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Es ist eine unheilvolle Verkettung von Ereignissen. Erst torpediert US-Präsident Trumps Wirtschaftsberater Kudlow Chinas Präsidenten Xi, dann nimmt China eine massive Abwertung der eigenen Währung vor und jetzt meint Trump, China hätte keinen Ansprechpartner für die USA im Handelskonflikt. Das kombiniert er mit der Warnung, die gesamten weiteren Strafzölle in Höhe von 505 Milliarden Dollar soweit vorbereitet zu haben, um sie schnell umsetzen zu können. Das Ziel scheint, jegliche Schuld an bislang nicht in Gang gekommenen Verhandlungen der Spitze der chinesischen Regierung in die Schuhe zu schieben.

Den Deutschen Aktienindex haben die neuerlichen Drohungen Trumps heute in der Spitze rund 200 Punkte gekostet. China und die USA beschießen sich weiterhin aus der Ferne, der Verhandlungstisch bleibt unbesetzt. Mittlerweile ist den meisten klar geworden, dass die letzte Schlacht im Handelskrieg noch nicht geschlagen wurde. Fakt ist, dass seit zwölf Tagen keinerlei Gespräche mehr zwischen den USA und China stattfinden.

Wer aktuell in deutsche Aktien investiert, stellt sich unter das Damoklesschwert möglicher neuer Einlassungen einer der beiden Seiten im Handelskonflikt. Dazu gesellen sich schwierige Verhandlungen im Brexit. Es sieht immer mehr danach aus, als könne es ein chaotisches Verlassen der Europäischen Union durch Großbritannien im Frühjahr 2019 geben. Unterdessen versucht die EU Strafzölle gegen Autos zu vermeiden, zeigt sich aber auch resolut, sollte es notwendig sein, Gegenzölle zum Schutz der eigenen Wirtschaft zu erheben.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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