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Es ist jedes Jahr ein besonderes Datum: Ab welchem Tag arbeiten wir für den eigenen Geldbeutel und nicht mehr für das Steuersäckel des Bundes? In diesem Jahr war es vergangene Woche, am 18. Juli 2018 um genau 04.40 Uhr so weit.

Laut Berechnungen des Bundes der Steuerzahler arbeiten dann die Bürger und Betriebe im Land ab dem Steuerzahlergedenktag, genau ab dieser Nacht, wieder für ihr eigenes Portemonnaie. Das gesamte Einkommen, das die Steuer- und Beitragszahler vor diesem Datum erwirtschaftet haben, wurde rein rechnerisch an den Staat abgeführt.

So hoch, wie nirgends sonst. Damit liegt die Volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote im Jahr 2018 bei voraussichtlich 54,3 Prozent! Von jedem verdienten Euro bleiben also nur 45,7 Cent übrig. Obwohl die Steuerzahler im internationalen Vergleich sehr hohe Bruttoverdienste erzielen, rangieren sie mit ihrem Nettoeinkommen nur im Mittelfeld, wie die folgende Grafik zeigt:

Infografik: Wo am meisten Netto vom Brutto bleibt | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Reformbedarf. Angesichts solcher internationalen Vergleichszahlen sind die Forderungen des Bundes der Steuerzahler nur allzu verständlich. Die wichtigsten drei Punkte aus Sicht des Bundes der Steuerzahler sind eine gründliche Reform des Einkommensteuertarifs, ein definitives Ende des Soli und ein Senken der Wohnkosten (Von Grundsteuer, über Grunderwerbsteuer, hohe Stromnebenkosten bis zu steigenden Müllgebühren). Alles in allem nichts wirklich Neues. Die Forderungen werden seit geraumer Zeit erhoben – passiert ist allerdings nichts. Wenn´s steuermäßig läuft, dann läuft´s…

Für Aktienanleger hat der Steuerzahlerbund indes leider gar nichts zu bieten. Wahrscheinlich weil das Thema definitiv nicht mehrheitsfähig ist. Dabei gäbe es sehr viel zu gewinnen.

Der kleine Trost. Erinnern Sie sich noch an die Spekulationsfrist? Früher war es üblich, dass bei langen Aktienhaltezeiten Gewinne daraus steuerfrei waren. Sprich, wer seine Aktien länger als ein Jahr gehalten hat, konnte die Kursgewinne ohne Abzug einstreichen, lediglich die Dividende musste versteuert werden.

Man stelle sich nur mal vor, welchen Effekt diese Gesetzesänderung im derzeitigen Umfeld hätte. Aktien wären mit einem Mal die Anlageform Nummer eins, vor allem für den langfristigen Vermögensaufbau. Was würden da nur die ganzen Riester- und anderen Finanzprodukte-Makler sagen…?

Fazit. Die goldenen Zeiten dürften wohl nicht mehr zurückkommen. Daher muss man sich als Aktienanleger mit den Gegebenheiten arrangieren. Da die Rendite mit der Assetklasse Aktien langfristig jedoch stimmt, macht auch der Steueranteil die Vorteile der Anlageform nicht zunichte. Sehen Sie das vielleicht zumindest als kleinen Trost an…

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuss

Ihre markteinblicke.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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