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US-Präsident Trump zeigt sich vor dem Treffen mit EU-Kommissionschef Juncker im Autozollstreit auffällig ruhig. Die Abwesenheit von neuen Drohungen quittiert der Deutsche Aktienindex mit Kursgewinnen und folgt damit einem altbewährten Muster, das schon seit Wochen in ähnlicher Form zu beobachten ist: Im Zweifel für den Angeklagten und ohne neue Trump-Tweets kein neuer Einbruch, aber immer gepaart mit der Bereitschaft für schnelle Korrekturen, die dann kommen, wenn es einen Grund dafür gibt.

Der Ölpreis konnte nach den Drohungen Trumps in Richtung der iranischen Regierung seine Kursgewinne nicht verteidigen. Gestern waren nur die Preise für baldige Öllieferungen gestiegen, während die Preise für spätere Lieferungen zurückblieben. Der Markt hat die Drohungen Trumps damit als nicht bedrohlich für die langfristige Versorgungssicherheit von Erdöl durchgewunken.

Dem Weißen Haus nahestehende Quellen gehen von einem Wirtschaftswachstum in den USA im zweiten Quartal von fünf Prozent aus. Das wäre eine starke Zahl – real würde das Wachstum damit bei drei Prozent liegen, gegenüber realem Nullwachstum in Deutschland. Eine solche Zahl, am Freitag gemeldet, könnte zu kräftigen Anpassungen bei den Erwartungen für eine US-Zinsanhebung im September und in Richtung Dollar-Stärke führen.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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