Bildquelle: Pressefoto Telefónica Deutschland © O2

Rund zehn Prozent geht es am Mittwoch mit der Aktie des Mobilfunkers Telefonica Deutschland (WKN: A1J5RX / ISIN: DE000A1J5RX9) nach oben. Der Grund: Das Geschäftsergebnis im ersten Halbjahr war etwas besser als von den Analysten erwartet. Interessant dabei ist, dass der Konzern bei seinen Zahlen für das operative Ergebnis Regulierungseffekte ausklammert, also im aktuellen Abrechnungszeitraum vor allem die fehlenden Einnahmen nach dem Wegfall von EU-Roaming-Gebühren. So steigerte der Konzern nach sechs Monaten das operative Ergebnis um 6,1 Prozent. Trotzdem bleibt das Management vorsichtig mit Blick auf das Gesamtjahr. Hier geht die Verwaltung weiterhin von einem unveränderten bis leicht zulegenden operativen Ergebnis aus.

Das Hauptproblem des Unternehmens bleibt aber die milliardenschwere E-Plus-Übernahme. Sie belastet durch höhere Abschreibungen wegen schneller als geplant abgebauten Mobilfunksendestationen. So war auch das vergangene Quartal unter dem Strich tiefrot. Da hilft es nur wenig, wenn die Zahl der Neuverträge, die hauptsächlich über Partner wie United Internet oder Drillisch kommen, klar über den ursprünglichen Erwartungen liegt.

Die Aktie bleibt daher ein heißes Spekulationsobjekt mit hoher Volatilität. Gelingen den Konzernlenkern weiterhin hohe Neukundenzuwächse, könnte das kräftige Kursplus erst der Anfang von weiter steigenden Kursen sein – sollte der Turnaround gelingen. Allerdings dürfte die Konkurrenz im Billigsegment der Mobilfunker eher zunehmen, da auch die Mitbewerber Deutsche Telekom und Vodafone (jeweils über entsprechende Töchter) hier aktiver im Markt auftreten dürften. Somit bleibt die Aktie derzeit noch risikofreudigen Spekulanten überlassen…

Auf www.plusvisionen.de geht es weiter…

RaumEin Beitrag von Wolfgang Raum von Plusvisionen.de

Wolfgang Raum ist bereits seit mehr als 25 Jahren im Kapitalmarkt-Journalismus tätig, derzeit als freier Wirtschafts- und Börsenjournalist für einige Börsenbriefe und Banken-Newsletter, aber auch als Blogger. Von 2005 bis Sommer 2014 arbeitete er als Chefredakteur für das ZertifikateJournal. Zuvor verantwortete er mehr als fünf Jahre den renommierten Börsenbrief des Anlegermagazins CAPITAL, die CAPITAL Depesche. Der Derivate-Experte, zugleich Fan von Nebenwerten und Emerging Markets, ist zudem ein gern gesehener Experte bei Fernseh- und Radio-Interviews.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Pressefoto Telefónica Deutschland © O2

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei