Bildquelle: markteinblicke.de

Ich muss es gleich vorneweg sagen, als Warnung gleichermaßen, denn das hier könnte möglicherweise unser kürzestes Wort zum Sonntag ALLER ZEITEN werden. Warum? Weil – und das ist so neu und fresh, dass ich es selbst kaum glauben mag – ich das Thema „Politik“ heute komplett außen vorlassen will. Und werde. Weil ich es mittlerweile nämlich selber nicht mehr hören, geschweige denn lesen kann. Und jetzt einfach mal voraussetze, dass es Ihnen ähnlich, wenn nicht gar genauso geht. Daher ist in dieser Woche P-Pause, und das bringt mich gleich in die erste Bredouille, wie unsere französischen Freunde und rechtmäßige Nachfolger auf dem FIFA-Thron so schön sagen würden. Denn wenn es nicht um P geht, was bleibt dann noch? Gut, wir könnten nun teamintern in uns gehen und ein paar private Anekdoten zum Besten geben. Alleine, ob das auch außerhalb der Redaktion auf ein, nennen wir es einmal breiteres Interesse stoßen würde, darf zunächst bezweifelt werden. Also geht der Blick direkt auf die Märkte, und da auch gleich ins Detail, denn glücklicherweise haben wir gestern ja noch einen echten Knaller reingekriegt, über den wir locker zwei, drei Sätze verschwenden können. Die Rede ist, Sie ahnen es, von Facebook. Die haben nämlich am sehr späten Mittwochabend noch Zahlen vorgelegt – was an sich nun nix Besonderes ist –, aber was danach passierte, das sieht man bei den großen Werten, den Big Playern, dann doch eher selten:

Daumen runter

Die Aktie schmierte im nachbörslichen Handel über 23% ab, das entspricht einem Börsenwert von rund 150 Milliarden US-Dollar. Die waren erst einmal weg. Futsch. Verbrannt. Das muss man sich vorstellen – fast ein Viertel des Marktwertes löst sich in Luft auf! Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht! Am Donnerstag folgte dann der größte Tagesverlust überhaupt, seit die Aktie im Jahr 2012 an die Börse ging. Ein historisches Debakel! Dabei waren die Zahlen gar nicht schlecht: Der Umsatz konnte in Q2 2018 um 42% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert werden – der intensiven Onlinewerbung sei Dank – und auch der Gewinn legte um 31% auf 5,1 Milliarden US-Dollar zu. Der Teufel steckte vielmehr in den Erwartungen der Analysten, bzw. in dem Umstand, dass die europäischen Nutzer weniger werden. Die Zahl der täglichen Facebooker sank von 282 auf 279 Millionen User, da zeigt der Daumen also nach unten. Was sowohl mit dem Datenskandal um Cambridge Analytica, als auch mit der neuen EU-Datenschutzverordnung zu tun haben könnte. Oder einfach mit der wachsenden Erkenntnis, dass es durchaus ein Leben ohne Facebook geben kann! Das ließe sich nun ebenso auf die Börsen übertragen, denn die schüttelten sich zwar kurz, gingen anschließend aber zur Tagesordnung über. Beziehungsweise in den Aufwärtsmodus, was im DAX die nächste Attacke auf den GD200 bedeutete. Und auf das Intraday-Top bei 12.828 Punkten führte. Immerhin den höchsten Stand seit Mitte Juni. Denn, und da MÜSSEN wir ganz kurz doch nochmal politisch werden, die unerwartete Einigung zwischen EU-Kommissionschef Juncker und US-Präsident Trump in Sachen Strafzölle war nun einmal DER Markt Mover dieser Woche. Daran kommen selbst wir diesmal nicht vorbei!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

Prime Quants verfasst und veröffentlicht Finanzpublikationen für institutionelle und private Anleger, die ihre Börsengeschäfte selbst in die Hand nehmen möchten. Das angebotene Spektrum erstreckt sich von kostenfreien Markt- und Einzelwertanalysen über komplexe Research-Studien bis hin zu täglichen Prognosen und realen Trades. Weitere Informationen unter www.prime-quants.de. Dort erhalten Sie auch den kostenlosen Newsletter Market Mover.

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