Bildquelle: Pressefoto Bavaria

Die schwimmende Geldanlage im Wasser hatte schon immer ihre Faszination. Davon profitiert die Boots- und Yachtbau-Branche weltweit. In Deutschland stieg der Umsatz in den letzten Jahren von 918 Mio. Euro im Jahr 2009 bis auf 2,6 Mrd. Euro im Jahr 2018. Von einem weiteren Wachstum wird ausgegangen. Schon allein in Europa wurden im letzten Jahr um 71.000 Segelyachten- und Motorboote verkauft. Die Auswahl reicht vom schönen Klassiker in Naturholz, der in Handarbeit gefertigt wird, über modern ausgestattete Serienmodelle mit viel Platz für Kundenwünsche bis zur Spezialanfertigung für die Superreichen mit Hubschrauberlandeplatz. Jedes Boot hat seine eigene Geschichte und der Markt für gebrauchte Boote ist groß.

Riva
Die Geschichte von Riva beginnt 1842 in Sarnico am Lago d’Iseo, also Pietro Riva seine Werft gründete. Am Anfang lag der Fokus auf dem Bau von Transportbooten. Als der Enkel Serafino Riva die Werft nach dem ersten Weltkrieg übernahm, verlieh er den Booten ihre weltberühmte Prägung und machte Riva zur Marke. Riva baute von nun an vor allem Rennboote auf Bestellung, mit denen in den 1930er Jahren verschiedene Weltrekorde gefahren wurden. Die Marke erlangte auch über die Grenzen Italiens hinaus eine hohe Reputation. Urenkel Carlo Riva übernahm 1949 die Werft und verhalf ihr zu internationalem Ruhm. Riva steht für Status, Luxus und zeitlose Eleganz. Das Kultobjekt war ein Must-have im Jetset Hollywoods und in der Wirtschaftswunder-Ära. Riva lieferte an Stars wie Brigitte Bardot, Richard Burton, Sean Connery oder Gunter Sachs.

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Riva Boote werden in Handarbeit gefertigt, das Erkennungszeichen ist die Mahagoni-Ausstattung, der türkisfarbene Innenraum und viel Chrom. Bekannte Modelle sind Ariston, Tritione, Sebino, Florida und die Aquarama, der Inbegriff der Marke. Letztere wurde 1968 als Spezialmodell für den Lamborghini-Gründer Ferruccio Lamborghini aufgelegt. Durch zwei V12-Motoren des 350 GT kam das Boot mit 350 PS voran und war damit 15 km/h schneller als das Serienmodell. Das Boot ist heute 2 Mio. Euro wert und hat seinen Liegeplatz in London. Wer heute ein Boot im Look des Klassikers haben möchte, ist mit der Aquariva Super gut beraten: ein Tribut an die ikonenhaften Riva-Designs der 50er Jahre. Der Preis liegt um die 450.000 Euro für ein gebrauchtes Boot. Nach langjähriger Familientradition, gehört Riva seit 2000 zur Ferretti Gruppe.

Bavaria Yachts
Vor 40 Jahren begann der Unternehmer Winfried Herrmann im fränkischen Giebelstadt Boote zu bauen. Auf eine völlig neue Art. Als Erster in Deutschland führte er die konsequent durchdachte Serienproduktion ein: „Die Zeit der handgestrickten Boote ist vorbei“, verkündete er damals. Die Chance für Erfolg lag im Material Kunststoff, der sich als Bootsbaumaterial bereits durchgesetzt hatte. Jedoch wurden die meisten Boote im Ausland gebaut. Auf der „Interboot“ stellte er die ersten Bavaria-Yachten von sieben und acht Metern Länge vor. Die Boote trafen den Geschmack der Bootsliebhaber und waren zudem etwas günstiger als die der Konkurrenz. Bavaria Yachts konnte sich dank guter Berater und Designer immer weiterentwickeln und fertigt heute Motor- und Segelyachten für die ganze Welt „Made in Germany“.

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Am Standort Giebelstadt werden alle Yachten vom ersten Laminat bis zur letzten Politur in der eigenen Werkstatt von 200.000 Quadratmetern Fläche und 70.000 Quadratmetern Produktionsfläche gefertigt. Bavaria verfügt über ein umfangreiches Sortiment an Segelyachten, Motoryachten und Katamaranen mit hohem Anspruch an Design, Funktionalität, Komfort und Qualität. Viele Details in der Ausstattung können individuell vom Käufer für das persönliche Traumboot ausgewählt werden. Bei der S-Linie zum Beispiel bekommt man eine Motoryacht mit viel Komfort für sportliches und wirtschaftliches Fahren. Die BAVARIA S45 ist Luxus pur. Das Coupé kostet um 400.000 Euro in der Grundausstattung, Extras kann man nach Belieben aufstocken.

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Lürssen Werft
Die größten Yachten der Welt werden in der Fr. Lürssen Werft in Bremen gebaut und dies schon seit 1875 und in der vierten Generation der Familie Lürssen. Das Produkt-Portfolio umfasst zwei Hauptgeschäftsfelder: den Megayachtbau sowie den Bau von Marine- und Spezialschiffen.

Die Marke Lürssen verspricht Exzellenz, fortschrittliche Technologien und präziseste Fertigkeiten. Die stilvolle und höchsten Ansprüchen genügende Ausstattung sowie die einzigartige Qualität dieser Schiffe setzen auch hier Standards. Lebensart von ihrer schönsten Seite. Die Namen der Yachten „Carinthia VII“, „Pelorus“, „Octopus“, „Rising Sun“, „Dilbar“ oder Areti stehen für Geschmack, Perfektion, Reinheit, Anmut, Würde, Schönheit und Charakter. Weltberühmte Architekten und Designer wie Lord Norman Foster, Jon Bannenberg, Tim Heywood oder Espen Oeino standen Pate bei dem mehrfach ausgezeichneten Design.

Jede Yacht wir in enger Kooperation mit dem Kunden und namhaften Designern konzipiert. Die Kunden vertrauen auf absolute Diskretion und entscheiden selbst, ob sie öffentlich machen wollen, dass sie eine Lürssen Yacht besitzen. Jedoch fällt ein so große Yacht in der Öffentlichkeit immer auf und die Bilder gehen ganz von selbst durch die Presse.

Bildquelle: Lürssen ©Guillaume Plisson

Die Yachten sind zwischen 60 und 180 Meter lang, die größte Yacht ist aktuell die „Azzam“ mit 180 Meter Länge. Besitzer ist Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Sie übertrifft die bisher längste Motoryacht der Welt, die „Eclipse“, die 163 Meter lang ist, einen geschätzten Kaufpreis von 340 Mio. Euro hat und dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch gehört. Es bleibt spannend, ob die Länge von 180 Metern noch übertroffen werden kann und an wen Lürssen diese Yacht dann ausliefern wird.

Bildquelle: Pressefoto Bavaria

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