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Vermutlich werden die Reserven der türkischen Banken bald aufgebraucht sein, wenn die Währung weiter in diesem Tempo abwertet. Vor allem spanische und französische Banken hängen mit ihren Engagements in der Türkei drin. Damit kann das Thema auch für die Europäische Zentralbank relevant werden.

Nicht aus Zufall fällt der Euro gegenüber dem US-Dollar auf ein Niveau, das er zuletzt vor mehr als einem Jahr gesehen hat. Hier werden einerseits Stops abgeholt. Es schwingt aber auch die Sorge mit, dass die europäischen Banken ihr Geld aus der Türkei nicht wiedersehen werden. Wegen der Einflussnahme auf die Zentralbank durch Präsident Erdogan dürften ausländische Gläubiger wenig motiviert sein, neues Geld in die Türkei nachzuschießen, zumal es wirtschaftlich dort bergab geht.

Es geht damit jetzt um die Frage, ob von der Nervosität am Devisenmarkt eine Ansteckungsgefahr für die Aktienmärkte ausgeht. Für den Deutschen Aktienindex droht ein Bruch der unteren Begrenzung seiner Seitwärtsspanne bei 12.535 Punkten mit einer anschließenden Verkaufswelle im sommerlichen umsatzschwachen Handel.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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Bildquellen: CMC Markets / markteinblicke.de

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