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Der blaue Planet

Zuletzt sind die Temperaturen hierzulande wieder auf ein erträgliches Maß zurückgefallen. Doch schon jetzt ist klar, dass der diesjährige Sommer zu den heißesten und zugleich auch trockensten überhaupt gehört. Von Griechenland bis Schweden erlebte Europa eine Vielzahl von Waldbränden. Starke Winde und die Trockenheit fachten die Feuer an. In Spanien und Portugal wurden neue Temperaturrekorde beobachtet. In Deutschland sorgte die Hitze dafür, dass die Traubenlese so früh wie noch nie beginnen konnte. Winzer sind begeistert und besorgt zugleich. Weniger begeistert sind die europäischen Bauern. Sie hoffen auf Hilfen vonseiten der EU, um die Folgen der jüngsten Dürre abzufedern. Diese Entwicklungen zeigen einmal mehr, wie lebensnotwendig der Zugang zu Wasser ist, nicht nur zu Trinkwasser, sondern auch für die Landwirtschaft. Zumal wir uns hierzulande immer noch in einer komfortablen Situation befinden. In anderen Teilen der Welt haben die Menschen schon heute mit extremen Dürren und Wasserknappheit zu kämpfen.

Derzeit leben etwas mehr als 7,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Diese Zahl wird weiter steigen. Der höhere Bedarf in der Industrie und in der Landwirtschaft sind zusätzliche Treiber einer Wasserverknappung. Zumal mit steigendem Wohlstand auch die Nachfrage nach höherwertigem Fleisch steigt. Die Rindfleischproduktion verschlingt besonders viel Wasser. Laut UNESCO könnten bis 2050 mehr als 5 Milliarden Menschen von Wasserknappheit betroffen sein. Trotz des knappen Gutes Wasser, müssten viele Teile der Welt gar nicht unter Wasserknappheit leiden. Die Probleme sind in vielen Fällen von Menschen verursacht. Ein sehr großes Problem stellt eine unzureichende, veraltete und schlecht gewartete Infrastruktur dar. Rohrbrüche in Hauptversorgungsleitungen stehen auf der Tagesordnung, smarte Wasserzähler fehlen. Diebstahl ist in vielen Teilen der Welt ebenfalls ein Problem. Genauso wie das fehlende Bewusstsein, mit Wasser schonend umzugehen. Es kann jedoch Abhilfe geschaffen werden. 

Pictet Water: Schweizer Klassiker

Die Notwendigkeit, die Wasserinfrastruktur auf Vordermann zu bringen, stellt Regierungen vor große Herausforderungen. Die Politik muss sich mit der Privatwirtschaft zusammentun, um diese Herkules-Aufgabe zu meistern. Die Investitionen, die in diesem Bereich getätigt werden müssen, sind enorm. Entsprechend ist das Thema Wasser auch bei Anlegern längst angekommen. Ein Klassiker unter den Wasserinvestments ist der Pictet Water (WKN: 933349 / ISIN: LU0104884860). Diesen Fonds hat der Schweizer Vermögensverwalter Pictet Asset Management Anfang 2000 aufgelegt. Er hat sämtliche Bereiche der globalen Wasserbranche im Blick. Der Fokus wird auf Wasserversorgung, Wassertechnologie und Umweltdienste gelegt.

Inzwischen hat der Fonds ein Volumen von etwa 4,5 Mrd. Euro erreicht. Seit Auflegung wurde eine durchschnittliche jährliche Performance nach Gebühren von rund 6 Prozent hingelegt. In den vergangenen zehn Jahren liegt dieser Wert sogar bei fast 10 Prozent. Zu den wichtigsten Einzelpositionen des Fonds zählen Xylem, Danaher, Pentair oder Suez. Trotz der Renditechancen und der Notwendigkeit, die Wasserinfrastruktur zu verbessern, sind Wasserinvestments alles andere als unumstritten. Pictet verzichtet daher auf Unternehmen wie Nestlé, Coca-Cola oder Danone, die Wasser in Plastikflaschen abfüllen. Wenn man sich die Performance des Pictet Water in den vergangenen Jahren anschaut, dann hat dem Fonds diese Einschränkung nicht geschadet.

Xylem: Die Natur als Vorbild

Der US-amerikanische Pumpen- und Filterhersteller Xylem Inc. (WKN: A1JMBU / ISIN: US98419M1009) hat sich bereits mit dem Firmennamen ganz dem Thema Wasser verschrieben. Der in Rye Brook, im US-Bundesstaat New York beheimatete Konzern hat sich nichts weniger als die beste, effizienteste und nachhaltigste Art Wasser zu befördern zum Vorbild genommen und den Namen entsprechend gewählt. Das Wort Xylem stammt aus dem Altgriechischen und bezeichnet das Leitgewebe in Pflanzen, welches das Wasser von der Wurzel bis zur Spitze transportiert. Und seien wir ehrlich. So gut wie die Natur werden wir es Menschen niemals hinbekommen. Xylem ist immer zur Stelle, wenn es um die Nutzung, den Transport, die Behandlung oder das Testen von Wasser im Bereich öffentliche, private und gewerbliche Gebäudetechnik oder Industrie geht.

Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Xylem einen Umsatz in Höhe von 4,7 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von 331 Mio. US-Dollar. 2018 sollen die Gesamterlöse laut Unternehmensprognose noch einmal um mehr als 10 Prozent auf etwa 5,2 Mrd. US-Dollar ansteigen. Auch der Gewinn soll zulegen. Dabei feuert Xylem das Wachstum immer wieder mit Übernahmen an. Dieses Wachstum blieb Anlegern nicht verborgen. Die Xylem-Aktie hat in den vergangenen Jahren einen steilen Anstieg hingelegt. Zudem wurde die Dividende regelmäßig angehoben. Für Xylem-Anteilseigner also eine saubere Sache.

Veolia Environnement will Ressourcen schonen

Das französische Unternehmen Veolia Environnement (WKN: 501451 / ISIN: FR0000124141) hat sich nicht nur den schonenden Umgang mit der Ressource Wasser vorgenommen, sondern mit sämtlichen natürlichen Ressourcen. In Deutschland bietet Veolia Kommunen und der Industrie innovative und nachhaltige Lösungen rund um Wasser, Entsorgung und Energie. Veolia ist ein wahrer Riese. 2017 erlöste der Pariser Konzern etwas mehr als 25 Mrd. Euro. Ein Wachstum von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei wurden rund 96 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt, Veolia produzierte außerdem etwa 55 Millionen Megawattstunden Energie, während 47 Millionen Tonnen Abfall in neue Gebrauchsgüter oder Energie verwandelt wurden.

Für das laufende Jahr stellt das Management weiter steigende Umsatzerlöse in Aussicht. Die Ergebnisse sollen noch stärker steigen als im Vorjahr, auch weil sich das Unternehmen ein größeres Kostensenkungsziel gesetzt hat. Nachdem die Kosten 2017 um 255 Mio. Euro gedrückt wurden, will man in 2018 mehr als 300 Mio. Euro einsparen. Es bleibt jedoch die Frage, ob dies ausreichen wird, die Veolia-Aktie auf das Niveau zu hieven, das das Papier vor der Finanzkrise erreicht hatte. Im Herbst 2007 notierte die Veoilia-Aktie bei mehr als 65 Euro. Es folgte der tiefe Fall bis auf 7,50 Euro im Jahr 2012. Inzwischen konnte sich die Veolia-Aktie deutlich erholen. Trotzdem bleibt noch einiges an Luft nach oben.

Anleger, die auf einen Aufwärtstrend der Veolia-Aktie setzten und sogar überproportional von steigenden Kursen profitieren möchten, schauen sich am besten entsprechende Hebelprodukte wie diesen HVB Mini Future Bull (WKN: HW79D0 / ISIN: DE000HW79D08) an. Skeptiker haben ebenfalls mit passenden Short-Produkten (WKN: HW79D7 / ISIN: DE000HW79D73) die Gelegenheit auf fallende Kurse der Veolia-Aktie zu setzen.

American Water Works und die US-Wasserinfrastruktur

Die USA sind die mit Abstand größte Volkswirtschaft der Welt. Entsprechend groß ist auch der Wassersektor. Warum sich also nicht einmal den größten US-Wasserversorger, American Water Works (WKN: A0NJ38 / ISIN: US0304201033), ansehen. Der Versorger erbringt Dienstleistungen rund um das Wasser für etwa 15 Millionen Menschen in 46 US-Bundesstaaten und Kanada. Zwischen 2003 und 2009 gehörte American Water Works zum deutschen Energieversorger RWE. Im April 2008 wurde der Börsengang vollzogen, während sich RWE rund anderthalb Jahre später vollständig zurückzog. Genauso wie andere US-Unternehmen profitiert auch American Water Works von den von der Trump-Regierung im vergangenen Jahr gesenkten Steuern.

Im Fall von American Water Works bieten die sich daraus ergebenden höheren Gewinne die Möglichkeit, noch stärker in die veraltete Wasserinfrastruktur zu investieren. Auch die Regierung in Washington hat sich das Thema Infrastrukturinvestitionen auf die Fahnen geschrieben. American Water Works selbst möchte in den kommenden fünf Jahren zwischen 8,0 und 8,6 Mrd. US-Dollar in die Verbesserung der Wasser- und Abwassersysteme stecken. Solche Verbesserungen haben letztlich das Potenzial, dem Unternehmen mittel- bis langfristig noch bessere Wachstumschancen zu bescheren. Dem Konzern sollte dieses Wachstum wiederum die Gelegenheit bieten, die jüngste Serie von Dividendenerhöhungen aufrechtzuerhalten.

Wer von einem baldigen Anstieg der American-Water-Aktie ausgeht, kann mithilfe passender Hebelprodukte (WKN: MF3T03 / ISIN: DE000MF3T038) sogar überproportional von steigenden Kursen profitieren. Für Shorties existieren ebenfalls genügend passende Produkte, bspw. dieses Faktorzertifikat (WKN: MF30JQ / ISIN: DE000MF30JQ3).

Fazit

Wasserinvestments sind nicht immer unumstritten. Die Abfüllung von Wasser in Plastikflaschen wirft Fragen nach der ökologischen Sinnhaftigkeit auf. Unbestritten ist aber der Bedarf an Investitionen in die Wasserinfrastruktur sowie der Umstand, dass die erforderlichen Summen nicht ohne den privaten Sektor gestemmt werden können.

 

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