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So, nachdem wir in der vergangenen Woche bereits eine Sonder-Ausgabe in den Verkehr gebracht haben, wird der Ihnen heute und hiermit vorliegende Market Mover eine Art Urlaubsspecial. Wobei, um Sie sogleich von diesem Pfad wieder abzubringen, wir selbstverständlich nicht aus dem Urlaub schreiben. Nein, wir aalen uns nicht für wenig Geld an der türkischen Schwarzmeerküste, sondern sitzen natürlich an unseren Plätzen, wie sich das für Musterbürger/-steuerzahler nach landläufiger Meinung wohl gehört. Warum dann aber das Thema Urlaub? Nun – zum einen ist August der Ferienmonat schlechthin, in dem gerade in Südeuropa quasi landesweit geurlaubt wird. Oder an den Börsen, wo sich die Absenz vieler Markteilnehmer einmal an den Umsätzen, aber auch an den Kursausschlägen ablesen lässt. Und zum anderen wollten wir einfach mal wissen, woher denn eigentlich das Wort „Urlaub“ stammt und sind deshalb auf Spurensuche gegangen. Fündig wurden wir im mittel- bzw. althochdeutschen, da hieß das dann noch urloup oder auch urloub und bedeutet nichts anderes als erlauben, bzw. die Erlaubnis, sich zu entfernen. Aha, wieder was gelernt! So, und jetzt passen Sie bitte mal ganz gut auf, denn jetzt kommt eine superduper (althochdeutsch vermutlich superdouper) Überleitung: Wer hat eigentlich dem DAX erlaubt, sich von der 12.600er-Schlüsselstelle zu entfernen? Denn der hatte in dieser Woche offenbar nichts Besseres zu tun, als sang- und klanglos auf ein neues Monatstief (bei 12.121) und den niedrigsten Schlusskurs seit dem 04. April abzusacken. Was den DAX in die Tiefe gezogen hat?

Roundup

Nun – am Montag sicherlich der Crash der Bayer-Aktie (WKN: BAY001 / ISIN: DE000BAY0017), die nach dem Schadenersatz-Urteil eines US-Geschworenengerichts gegen Monsanto einen dramatischen zweistelligen Kursverlust hinnehmen musste und sich davon bislang auch nicht wieder erholen konnte. Ganz im Gegenteil, nach zweitätiger „Feuerpause“ ging der Sell-off am Donnerstag in die nächste Runde, weshalb sich Bayer jetzt mit einem Wochenverlust von 18% auf einem Kursniveau knapp oberhalb von 75 Euro wiederfindet (zur Erinnerung: als die Leverkusener den teuersten Zukauf der Unternehmensgeschichte vor knapp zwei Jahren unter Dach und Fach brachte, stand die Aktie bei 95 Euro, und schon damals hatte unter anderem DIE ZEIT gefragt: „Was hat sich Bayer da nur ins Haus geholt?“). Sollte die Antwort im aktuellen Aktienkurs liegen, wäre „nichts Gutes!“ noch zurückhaltend formuliert. Diese Geschichte bleibt jedenfalls spannend, aber leider auch nicht ohne Einfluss auf den DAX, schließlich war Bayer noch vor einer Woche eines der drei Schwergewichte im Index. Aktuell reicht es mit einer Gewichtung von 6% für den fünften Platz. Sehr schön zu beobachten war dieser „Kampf der Titanen“ am Donnerstag, wo mit SAP (10,6% Gewichtung im Index +2,78% Tagesgewinn) und Bayer (-4,63% Tagesverlust) zwei ganz Große den Markt bewegten. Immerhin hat es am Ende für ein positives Ergebnis gereicht, im DAX. Was auch daran gelegen haben mag, dass sich an der chinesisch-amerikanischen Handelskriegsfront so etwas wie ein Waffenstillstand abzeichnet. Ob der hält, wird sich erst noch zeigen müssen, bis dahin gilt: Keine einfache Zeit, für den Markt. Und: gut möglich, dass uns deshalb, zehn Jahre nach Lehman, wieder ein heißer Herbst bevorsteht – wenn alle aus dem Urlaub zurückgekommen sind!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

Prime Quants verfasst und veröffentlicht Finanzpublikationen für institutionelle und private Anleger, die ihre Börsengeschäfte selbst in die Hand nehmen möchten. Das angebotene Spektrum erstreckt sich von kostenfreien Markt- und Einzelwertanalysen über komplexe Research-Studien bis hin zu täglichen Prognosen und realen Trades. Weitere Informationen unter www.prime-quants.de. Dort erhalten Sie auch den kostenlosen Newsletter Market Mover.

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