Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Zehn Jahre nach Ausbruch der tiefgreifenden Finanzkrise fragen sich viele Menschen, ob mittlerweile die Normalität an den Märkten zurückkehrt ist oder der nächste Crash bevorsteht. Zweifelsohne stellen Krisen wie die Lehman-Pleite eine tiefe Zäsur für die Kapitalmärkte dar. Die Zentralbanken rund um den Globus begannen eine ungeahnte Nullzinspolitik, deren Rückführung mitunter noch immer schwierig ist. Während die institutionellen Investoren schnell an die Märkte zurückgekehrt sind, stellt sich die Frage, welche Rückschlüsse die Privatanleger aus diesen Verwerfungen gezogen haben. Dies, zumal nur wenige Bundesbürger an den Kapitalmärkten engagiert sind.

Vielen Kleinsparern bleibt im Grunde zehn Jahre nach der Lehman-Pleite die einfache und doch zugleich komplexe Erkenntnis, dass sie sich intensiver mit ihrer Geldanlage und den Anlageklassen auseinandersetzen sollten. Die nächste Krise kommt ganz sicher; lediglich der genaue Zeitpunkt ist unklar. Diejenigen, die dann ihr Portfolio breit ausgerichtet haben, müssten weniger Bedenken haben. Das Universum der strukturierten Wertpapiere ist riesig und vor diesem Hintergrund überrascht es auch nicht, dass sich Privatanleger in Deutschland tendenziell schon seit langem mit Anlage-Zertifikaten und Hebelprodukten beschäftigen. Das legt zumindest das Ergebnis der aktuellen Trendumfrage des Deutschen Derivate Verbands nahe.

Mehr als die Hälfte, knapp 56 Prozent, der Privatanleger in Deutschland befassen sich seit mehr als zehn Jahren mit strukturierten Wertpapieren. Immerhin noch 13 Prozent der Teilnehmer geben an, dass sie sich seit fünf bis zehn Jahren mit Zertifikaten befassen.

Jeder Zehnte zieht strukturierte Wertpapiere seit drei bis fünf Jahren bei seinen Investmententscheidungen in Betracht, während sich 9 Prozent seit ein bis drei Jahren mit dem Thema Zertifikate auseinandersetzen. Lediglich 12 Prozent haben sich dieser Anlageform erst in der jüngeren Vergangenheit angenähert. An der Online-Umfrage beteiligten sich 3.716 gut informierte Anleger, die in der Regel als Selbstentscheider ohne Berater investieren.

Das lässt den Schluss zu, dass sich die überwiegende Mehrheit, zumindest der selbstentscheidenden Anleger, mit dem Thema strukturierte Wertpapiere sowohl vor, während als auch nach der Finanzkrise eingehender befasst hat. Sie wissen um die wesentlichen Merkmale der einzelnen Produktkategorien, können diese entsprechend einordnen und greifen vermehrt auf diese Investmentopportunitäten zurück.

Insbesondere mit Blick auf das aktuell eher schwierige Marktumfeld, das von einer Vielzahl geopolitischer und wirtschaftlicher Problemfelder determiniert wird, erkennen somit immer mehr Anleger die Werthaltigkeit der Produkte. Strukturierte Wertpapiere sind im Investmentuniversum der Privatanleger selbstverständlich etabliert.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: DDV / Pressefoto Deutsche Börse AG

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