Netflix wird zum „globalen TV“

In den vergangenen Wochen profitiere Netflix von seinem neuen defensiven Charakter. Der Streaming-Anbieter hat jedoch auch andere Argumente auf seiner Seite.

(Bildquelle: Pressefoto Netflix)

Trotz aller zollbedingten Marktunsicherheiten hat die Netflix-Aktie (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) zuletzt einen steilen Anstieg hingelegt. Die Anteilsscheine des Streaming-Anbieters konnten nicht nur die „Magnificent Seven“ outperformen, sondern den gesamten S&P 500. Außerdem standen gerade in diesen schwierigen Zeiten neue Rekordstände zu Buche.

Netflix erreicht luftige Höhen

Seit Anfang 2025 steht im Fall der Netflix-Aktie ein beeindruckendes Kursplus von rund 33 Prozent zu Buche. Der breite S&P 500 konnte dagegen erst in den vergangenen Tagen nach den zwischenzeitlichen Kursstürzen mit Ach und Krach auf ein minimales Plus für 2025 kommen.

Die starke Performance von Netflix wird einigen Marktteilnehmern jedoch so langsam unheimlich. Dabei sind es weniger die Aussichten für das weitere Wachstum des Streaming-Anbieters, die einigen Marktteilnehmern Sorgen bereiten, sondern vielmehr die inzwischen luftige Bewertung der Aktie.

Angesichts der steigenden Werbeeinnahmen, der unübertroffenen Menge, Vielfalt und Qualität der Inhalte sowie der insgesamt branchenführenden Stellung bleiben die Chancen für weiteres Wachstum stark. Nur könnten diese Chancen bereits eingepreist sein.

Positive Aussichten bereits eingepreist?

Dies war ein Grund für J.P. Morgan-Analyst Doug Anmuth, die Netflix-Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ herabzustufen. Das Kursziel wurde dagegen von 1.150,00 auf 1.220,00 US-Dollar angehoben.

Der Analyst stellt zunächst klar, dass es keine Änderung an seinen langfristigen bullischen Aussichten über die führende Position des Streaming-Anbieters und seines Potenzials, „im Laufe der Zeit tatsächlich zum globalen TV zu werden“ geben würde. Kurzfristig ist er jedoch der Meinung, dass das Chance-Risiko-Verhältnis bei der Netflix-Aktie nach dem deutlichen Kursanstieg und der Outperformance ausgewogener geworden ist.

Die Aktie habe den S&P 500 in diesem Jahr deutlich outperformt und in den vergangenen Tagen ein neues Allzeithoch erreicht. Netflix habe angesichts der Marktunsicherheiten eine Art defensive Rolle eingenommen. Nun würden sich die Handels- und Zollspannungen jedoch entspannen.

Netflix hat noch viel vor

Mit oder ohne Zollspannungen hat Netflix jedoch großer Pläne. Das Unternehmen hatte starke Q1-Ergebnisse und eine überzeugende Prognose vorgelegt. Das EPS erreichte 6,61 US-Dollar, gegenüber Schätzungen von 5,68 US-Dollar. Die Umsatzerlöse kletterten um 12,5 Prozent auf 10,54 Mrd. US-Dollar.

Das Management sieht das Q2-EPS wiederum bei 7,03 US-Dollar, gegenüber vorherigen Schätzungen von 6,24 US-Dollar. Zudem hatte das Wall Street Journal über einen Fünfjahresplan berichtet, im Zuge dessen die Marktkapitalisierung auf 1 Billion US-Dollar angehoben werden soll.

Um dies zu erreichen soll der Umsatz bis 2030 verdoppelt werden, während das Betriebsergebnis verdreifacht werden soll. Der Streaming-Dienst plant außerdem, seine Werbeumsätze innerhalb dieses Zeitraums auf 9 Mrd. US-Dollar zu steigern.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Dank seines Vorsprungs gegenüber der Konkurrenz bei den Streaming-Inhalten, den steigenden Werbeeinnahmen, des neuen defensiven Charakters sowie anhaltenden Bemühungen des Managements, die Rentabilität zu erhöhen, sollte Netflix trotz der zuletzt starken Performance Luft nach oben haben.

Anleger, die gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von Netflix setzen möchten, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MJ3TEK / ISIN: DE000MJ3TEK9) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.

Investoren, die nicht nur auf Netflix, sondern auf mehrere Unternehmen mit Bezug zum Wachstumsmarkt Technologie setzen möchten, sollten sich das Indexzertifikat auf den Tech-Giganten Index (WKN: DA0AC4 / ISIN: DE000DA0AC47) anschauen.