SAP (WKN: 716460 / ISIN: DE0007164600) ordnet sich in die Reihe der großen US-Technologiekonzerne ein. Diese haben heutzutage ihre eigenen vielbeachteten Konferenzen, auf denen neue Produkte oder strategische Initiativen vorgestellt werden. Im Fall des Walldorfer DAX-Konzerns dreht sich in dieser Hinsicht alles um SAP Sapphire. Für die Live-Events hat man sich Orlando, Florida und die spanische Hauptstadt Madrid ausgesucht.
Allgegenwärtige KI
Angesichts der jüngsten Marktentwicklungen steht das Thema Künstliche Intelligenz besonders im Fokus. Neu ist SAP AI Foundation. Dabei handelt es sich um ein Betriebssystem, das alle SAP Business KI-Lösungen bündeln soll. Mithilfe eines einheitliches Systems will man den KI-Betrieb bei Kunden vereinfachen, die Produktivität steigern und natürlich die Gesamtbetriebskosten senken.
Bei diesem Vorhaben hilft unter anderem die umfassende Integration des Ende 2023 gestarteten KI-Assistenten Joule. Neue Funktionen sollen Joule allgegenwärtig machen und dazu beitragen, eine gemeinsame KI-Erfahrung für SAP- und Cloud-Anwendungen von Drittanbietern zu schaffen.
Ein wichtiger Baustein ist auch die Zusammenarbeit mit dem Startup Perplexity. Diese bringt eine KI-gestützte Antwort-Engine hervor, die präzise, vertrauenswürdige und Echtzeit-Antworten auf jede Frage liefern soll. Und dies sowohl mithilfe von SAP-Daten als auch Daten von Drittanbietern.
Starker Auftragseingang
Dank der verstärkten KI-Integration will SAP den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen. Wie sehr dieser trotz der zwischenzeitlichen Marktunsicherheiten intakt ist, zeigen unter anderem die Zahlen zum ersten Quartal 2025. Zwischen Januar und März 2025 verzeichnete SAP im Vorjahresvergleich einen Umsatzanstieg um 12 Prozent auf 9,01 Mrd. Euro.
Die Cloud- und Softwareerlöse wuchsen sogar um 14 Prozent (währungsbereinigt lag das Plus bei 13 Prozent). Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auch dank der jüngsten Einsparungen um 60 Prozent (währungsbereinigt um 58 Prozent) auf 2,5 Mrd. Euro. Außerdem konnte das Management auf eine starke Auftragslage verweisen.
Vorstandchef Christian Klein sprach davon, dass das erste Quartal erneut verdeutlich habe, „dass unsere Erfolgsformel aufgeht.“ So sei der Current Cloud Backlog währungsbereinigt um 29 Prozent gewachsen. Außerdem sei das Geschäftsmodell der SAP mit einem Anteil der besser planbaren Umsätze von 86 Prozent trotz unsicherer Zeiten nach wie vor widerstandsfähig. Entsprechend wurden die Jahresziele bestätigt.
„Günstiges Profil“
Gerade in diesen von Unsicherheiten geprägten Zeiten dürften Anleger gerne hören, dass mit Unternehmen wie SAP auch im Softwarebereich das Thema Widerstandsfähigkeit großgeschrieben wird. Das aber nicht, dass auf Kurssteigerungen verzichtet werden muss. Wells Fargo-Analyst Michael Turrin traut der SAP-Aktie derzeit einen Kurssprung um rund 32 Prozent zu. Er beginnt seine Coverage mit einem „Overweight“-Rating und einem Kursziel von 345,00 Euro.
Nach Ansicht des Analysten zeichnet sich SAP „als defensiver, horizontaler Wert aus“. Die Dynamik der Cloud-Migration sollte aus Analystensicht zu einer weiteren Wachstumsbeschleunigung führen und die Margenlücke des Unternehmens im Vergleich zu seinen reifen Wettbewerbern schließen. Der Analyst ist der Ansicht, dass SAP inmitten der erhöhten Unsicherheit und der Sorgen um Katalysatoren im Softwaresektor ein günstiges Profil aufweist.
Mein Fazit
Mit der Cloud und der Künstlichen Intelligenz ist SAP an einigen Zukunftsthemen beteiligt und sollte als Marktführer im Unternehmenssoftwarebereich Firmenkunden dabei helfen, die neuen Technologien zu ihrem Nutzen zu implementieren. Für die Walldorfer dürfte dies einen anhaltenden Wachstumskurs bedeuten, während sich die jüngsten Einsparungen immer stärker bemerkbar machen sollten.
Wer das Einzelaktien-Risiko bei SAP vermeiden und auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von amerikanischen und europäischen Unternehmen setzen möchte, kann sich das Indexzertifikat (WKN: DA0AAT / ISIN: DE000DA0AAT4) auf den Titan 20 Index anschauen. In diesem Index sind 20 Unternehmen enthalten, die sich an der Börse in den vergangenen Jahren besonders stark entwickelt haben und die auch von den Analysten positiv bewertet werden.









