Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Das Kursplus der letzten Handelswoche betrug 1,38 Prozent, war jedoch zwischenzeitlich ein dickes Minus. In der kommenden Woche muss sich zeigen, ob dies nur eine Bärenfalle darstellte. Zudem ist der Verfallstag und die DAX-Umschichtung zum 24.09. ein Thema, welches die Kurse treiben kann. Doch was sagt die Charttechnik?

DAX-Wochenrückblick

Trotz dieser positiven Woche notiert der Monat September mit noch knapp zwei Prozent im negativen Bereich. Wir haben jedoch erst Halbzeit – insofern ist alles möglich, wie man auch an der DAX-Entwicklung dieser Woche sehen konnte.

Hier starteten wir am Montag mit unter 12.000 Punkten und konnten diese Marke nicht zurückerobern. Der nächste Versuch entstand bereits am Dienstag direkt zur Markteröffnung. Hier fassten sich die Bären sofort ein Herz und schlossen nicht nur das so entstandene GAP, sondern auch gleich zum Vortagestief auf. Ein bärisher Impuls, der Erinnerungen an diese Marke aus der Vorwochenanalyse hervorbrachte:

Genau in diese Richtung strebte der DAX dann. Mit einem entsprechenden Intraday-Signal ein spannendes Trading-Setup, welches ich im Forum entsprechend beschrieben hatte:

Zugegeben: Der Exit war mit Glück und positiver Slippage verbunden, was nicht immer selbstverständlich im Trading ist:

Das Reversal folgte umgehend und schon am Mittwoch schloss der Markt wieder über der runden Marke von 12.000 Punkten. Diese gab er in der Handelswoche nicht wieder auf und schlich sich am Donnerstag und Freitag an die ehemalige Unterstützung im Bereich um 12.12x heran – ohne diese jedoch zu überschreiten.

Im Chartbild des Tages ist gut sichtbar, wie diese ehemalige Unterstützung sich gerade zum Widerstand mausert. Hier sollte sich in der kommenden Woche der Weg für den DAX entsprechend entscheiden. So vollzieht sich dies zumindest aus charttechnischer Betrachtung heraus:

DAX-Wochenausblick

Sollte die Marke von 12.120 zurückerobert werden, so hat der Durchbruch im DAX nicht mehr als eine Bärenfalle aktiviert. Dies bedeutet, dass Short-Engagements voreilig eingegangen und nun mit Verlust glattgestellt werden müssen. Ein Kurstreiber, der zu den üblichen charttechnischen Käufern in einem Reversal hinzukommt. Als Kombination beider und vor dem Hintergrund einer noch immer sehr solide aussenden Wall Street nahe ihres Allzeithochs, könnte der DAX zum „Befreiungsschlag“ ausholen und die Bären erst einmal vertreiben. Somit liegt mein Fokus direkt auf der Entscheidungsmarke von 12.120 Punkten:

Gelingt der Ausbruch, dürfte Potenzial bis zum Abwärtstrend (als Linie markiert und ebenfalls in der Vorwoche gezeigt) bei rund 12.440 Punkten sein. Diesen aktualisiere ich hier noch einmal:

Bis zu diesem Bereich verlief bereits Mitte August eine kurze Gegenbewegung im Abwärtstrend. Selbst dies wäre damit kein neuer Bullenmarkt, sondern lediglich eine Korrektur!

Sehr bullish mit Blick auf eine Jahresendrally sollte man erst bei Kursen über der roten Linie bzw. dem letzten markanten Hochpunkt aus August werden. Dieser lag am 28.August bei genau 12.597 Punkten und ist noch solide 500 Punkte vom aktuellen Kursniveau entfernt.

Ein Treiber dafür könnte ein Einlenken im Handelsstreit USA – China sein. Solche Meldungen „flimmern“ immer wieder über die Ticker und lösen kurze Rally’s aus, wie man wieder in dieser Woche sehen konnte:

Folgen Sie mir gerne auf meinem Facebook-Kanal und achten Sie bei einer solchen Meldung in Zukunft auf die Bestätigung und Nachhaltigkeit einer solchen Bewegung.

Negativ wäre im Chartbild eine Etablierung dieser gezeigten Marke von 12.12x Punkten. Damit wäre nicht nur der Rückfall bis 12.040 (das letzte markante Niveau von Dienstag/Mittwoch) zu erwarten, sondern auch ein erneuter Rückfall unter 12.000 Punkte. Damit würde das eingangs gezeigte Tief aus dem März noch einmal interessant werden:

Bei dieser Entscheidung spielen diesmal auch der Verfallstag und die Umschichtung in den DAX-Indizes eine wichtige Rolle. Im Zweifel sollten Sie das Risiko noch weiter reduzieren oder keine Trades eingehen, denn die „Hexen“ sind oftmals unberechenbar…

Hexensabbat: Was steckt dahinter und wann sind die Verfallstage?

Im Wirtschaftskalender sind vor allem die Verbraucherpreise der EU am Montag und die Zinsentscheidung der Bank of Japan am Mittwoch interessant. Mario Draghi als EZB-Chef spricht zudem am Mittwoch, sollte dem Markt aber weniger Bewegung verschaffen, als in dieser Woche zur EZB-Sitzung. Hier wurde übrigens das Anleiheprogramm halbiert und bis auf den Jahreswechsel begrenzt.

Komme Sie somit ohne Hexen-Zauber durch die Börsenwoche und halten Sie sich stets an ihr Risikomanagement.

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

Original abrufbar unter Trading-Treff.de bezieht sich auf den DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) und die Wall Street.

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / Pressefoto Deutsche Börse AG

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