Voestalpine trotzt dem Konjunktur-Gegenwind

Bilanzstark ins neue Geschäftsjahr: Voestalpine überzeugt mit EBITDA‑Prognose und setzt auf Strategie‑Schwerpunkte wie Regionalität und Klimaschutz.

(Bildquelle: Pressefoto © voestalpine AG)

Die voestalpine AG (WKN: 897200 / ISIN: AT0000937503), ein weltweit führender Stahl- und Technologiekonzern, hat im Geschäftsjahr 2024/25 eigenen Aussagen zufolge ihre Widerstandskraft unter Beweis gestellt und trotz konjunktureller Schwächen sowie geopolitischer Herausforderungen ein solides Ergebnis erzielt.

Das Unternehmen, das in mehr als 50 Ländern mit rund 500 Gesellschaften tätig ist, beliefert Schlüsselsektoren wie die Automobil-, Maschinenbau-, Energie- und Luftfahrtindustrie und gilt als Weltmarktführer in den Bereichen Bahninfrastruktur und Spezialprofile.

Starke Bilanz trotz Eintrübung der Konjunktur

Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Konzernumsatz bei 15,7 Mrd. Euro – ein Rückgang von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBITDA) belief sich auf 1,3 Mrd. Euro und fiel damit wie erwartet unter das Vorjahresniveau von 1,7 Mrd. Euro.

Das EBIT sank auf 455 Mio. Euro. Ausschlaggebend hierfür waren nicht nur das allgemein schwierige wirtschaftliche Umfeld – insbesondere in Europa – sondern auch Sondereffekte aus umfassenden Restrukturierungen in der High Performance Metals Division und der Metal Forming Division. Der Verkauf von Buderus Edelstahl und Wertminderungen belasteten das Ergebnis mit insgesamt über 170 Mio. Euro.

Trotz dieser Herausforderungen blieb die finanzielle Basis des Konzerns robust. Der Free Cashflow erreichte beachtliche 309 Mio. Euro. Die Nettofinanzverschuldung verharrte auf dem niedrigen Niveau von 1,65 Mrd. Euro, und auch die Eigenkapitalquote blieb mit 7,5 Mrd. Euro stabil. Die Gearing Ratio – das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum Eigenkapital – lag unverändert bei 22,1 Prozent.

Wachstum trotz globaler Risiken – Strategie zahlt sich aus

voestalpine verfolgt seit Jahren eine „Local-for-local“-Strategie und setzt auf Wachstum in dynamischen Märkten wie Indien, Brasilien, Ägypten und Nordamerika. In diesen Regionen wurden jüngst neue Werke eröffnet, bestehende Standorte ausgebaut und langfristige Verträge abgeschlossen – insbesondere in der Schweißtechnik, Logistik und Automobilzulieferung. Das Geschäftsfeld Bahninfrastruktur erwies sich ebenso als stabiler Wachstumsträger.

Wir haben unsere Transformationspläne bewusst modular aufgebaut und befinden uns trotz unsicherer Rahmenbedingungen mitten in der praktischen Ausführung des ersten Schritts.
Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG

Im Mittelpunkt der langfristigen Unternehmensstrategie steht zudem das Großprojekt „greentec steel“ – das größte Klimaschutzprogramm Österreichs. Mit der schrittweisen Umstellung auf Elektrolichtbogenöfen sollen bis 2029 rund 30 Prozent der CO₂-Emissionen eingespart werden.

Ein Drittel der geplanten 1,5 Milliarden Euro Investitionen wurde bereits umgesetzt. Ziel ist es, bis 2050 klimaneutralen Stahl zu produzieren.

Produktionshalle im neuen Edelstahlwerk Kapfenberg. (Bildquelle: Pressefoto © voestalpine AG)

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025/26: Unsicher, aber mit Perspektiven

Die geopolitische Lage – insbesondere die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte – trübt die kurzfristigen Aussichten. Diese Maßnahmen könnten das Ergebnis im kommenden Jahr mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag belasten. Dennoch zeigt sich voestalpine zuversichtlich. Das Unternehmen rechnet für 2025/26 mit einem EBITDA zwischen 1,4 und 1,55 Mrd. Euro.

Während konjunktursensible Branchen wie Maschinenbau, Bau und Konsumgüter nur eine stabile Seitwärtsbewegung zeigen dürften, erwartet das Management weiteres Wachstum in Segmenten wie Luftfahrt, Lagertechnik und Eisenbahninfrastruktur. Auch die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen sollen 2025/26 zunehmend positive Ergebnisbeiträge liefern.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Voestalpine beweist auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchaus eine bemerkenswerte Widerstandskraft. Die aktuelle Ertragsschwäche sowie bestehende Risiken sind im Kursniveau bereits stark eingepreist – die Aktie notiert signifikant unter dem Buchwert je Aktie von rund 42 Euro. Anleger sollten die Austria-Aktie zumindest einmal auf die Beobachtungsliste setzen – Voestalpine hat mittelfristiges Erholungspotenzial, gerade wenn man die Historie betrachtet:

In den vergangenen zehn Jahren weist das Papier von Voestalpine einen Kursabschlag von im Schnitt -3,2 Prozent jährlich aus. Ein Investment in Höhe von 10.000 Euro wäre damit auf 5.379 Euro geschrumpft.

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