Carnival legt hohes Tempo vor

Trotz all der Unsicherheiten, die die US-Zölle oder der Nahostkonflikt liefern, können Kreuzfahrtanbieter wie die AIDA-Mutter Carnival weiter punkten.

(Bildquelle: unsplash / Jamie Morrison)

Handels- und Zollstreitigkeiten, Unsicherheiten rund um den Nahostkonflikt sowie eine schwierige Konjunktur, hohe Inflation und schwache Verbraucherstimmung – man müsste annehmen, dass es Kreuzfahrtunternehmen gerade in diesem Umfeld schwer hätten.

Die jüngsten Zahlen beim Branchenriesen Carnival (WKN: 120100 / ISIN: PA1436583006) zeigen jedoch, dass die Branche innerhalb der Tourismusindustrie weiterhin zu den positiven Ausnahmen gehört.

Carnival setzt Rekord-Ticketpreise durch

In seinem zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2024/25 konnte die AIDA-Muttergesellschaft und der weltweit größte Kreuzfahrtkonzern die Erwartungen an EPS und EBITDA schlagen sowie die Jahresziele anheben. Dabei profitierte das Unternehmen aber auch vom Timing einiger Ausgaben, während man zudem auf höhere Ticketpreise und höhere Ausgaben der Gäste an Bord verweisen konnte. Auf diese Weise schaffte man es, die sich im Rahmen des Umbauprogramms SEA Change gesetzten finanziellen Ziele, rund 18 Monate früher als geplant zu erreichen.

Insbesondere bei der bereinigten Rendite auf das investierte Kapital („ROIC“) und dem bereinigten EBITDA pro verfügbarem unteren Liegetag („ALBD“) wurden laut Konzernangaben wurde sogar die höchsten Werte seit fast zwei Jahrzehnten erreicht. Bei letzterem handelt es sich um eine Kennzahl, die in der Kreuzfahrtindustrie oder Hotelbranche im Hinblick auf die verfügbaren Kapazitäten verwendet wird. Bei Kreuzfahrtunternehmen ist es üblich, dass rund um das ALBD Kabinen mit zwei Passagieren belegt werden.

Geschichtsträchtige Buchungskurve

Während Carnival mit 6,3 Mrd. US-Dollar Rekordumsätze im zweiten Quartal verbuchen konnte, zeigte sich das Management auch in Bezug auf die weitere Buchungslage sehr optimistisch. Diese würde trotz Preiserhöhungen und in Zeiten erhöhter Volatilität weiterhin „eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit“ an den Tag legen.

„Tatsächlich waren die Nachfrage und die Ausgaben an Bord für das zweite Quartal unglaublich stark, und unsere Buchungskurve ist weiterhin die am weitesten fortgeschrittene in der Geschichte“, sagt CEO Josh Weinstein.

Die kumulierten Vorausbuchungen des Unternehmens für den Rest des Jahres seien nach wie vor stark, während die Auslastung die zweithöchste in der Geschichte sei und die Preise auf historischen Höchstständen liegen würden. Der bereinigte Gewinn soll laut Managementprognose nun um mehr als 40 Prozent steigen, nachdem man sich zuvor lediglich ein Plus von mehr als 30 Prozent zugetraut hatte. Beim EBITDA wird ein Wert von 6,9 Mrd. US-Dollar gesehen, nach zuvor 6,7 Mrd. US-Dollar.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Es ist nicht nur Carnival, das derzeit in der Kreuzfahrtbranche überzeugt. Royal Caribbean Group (WKN: 886286 / ISIN: LR0008862868) punktet mit überdimensionierten Schiffen, während sich beispielsweise Norwegian Cruise Line (WKN: A1KBL8 / ISIN: BMG667211046) auf das Luxussegment spezialisiert hat. Größere und effizientere Schiffe helfen die Margen zu steigern. Gleichzeitig scheint die Lust von Touristen auf Kreuzfahrten ungebrochen zu sein.

Anleger, die gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von Carnival setzen möchten, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MK956Z / ISIN: DE000MK956Z3) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.

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