Bildquelle: Pressefoto Lufthansa

Der jüngste Anstieg der Ölpreise hat der Lufthansa (WKN: 823212 / ISIN: DE0008232125) gar nicht geschmeckt. Zumal die Kranich-Airline auch noch mit der Integration von Air-Berlin-Firmenanteilen schwer beschäftigt ist und sich die Konjunktur eintrüben könnte. Dagegen überzeugen die Passagierzahlen. Außerdem sollte die Lufthansa mittelfristig der große Gewinner der Air-Berlin-Pleite sein.

Bei der Lufthansa dürfte man mit etwas Wehmut auf das vergangene Jahr schauen, als Anleger der Kranich-Airline regelrecht zujubelten und der Aktie auf Jahressicht 2017 zu einem Kursplus von rund 150 Prozent verhalfen. Dies reichte locker, um die mit Abstand beste Performance im Leitindex DAX abzuliefern. In diesem Jahr sieht die Sache ganz anders aus. Die Lufthansa-Anteilsscheine gehören in 2018 zu den schwächsten Vertretern in der ersten deutschen Börsenliga. Bei den Kursverlusten kann man längst nicht mehr nur von Gewinnmitnahmen nach dem starken Börsenjahr 2017 sprechen. Dem Unternehmen weht ein starker Gegenwind entgegen.

Im Vorjahr wurde die Pleite von Air Berlin, damals immerhin noch die Nummer zwei am deutschen Himmel, als wahrer Segen gesehen. Auf diese Weise würde die Konsolidierung der Luftfahrtbranche vorangetrieben. Insbesondere sollte die Lufthansa-Tochter Eurowings durch die Übernahme von Personal, Flugzeugen und vor allem von sehr begehrten Landerechten ihren Wachstumskurs enorm beschleunigen. Allerdings brachte die Übernahme von Air-Berlin-Firmenanteilen auch Probleme mit sich, mit denen die Lufthansa noch heute zu kämpfen hat.

Dass das Adjusted EBIT bei Eurowings laut Unternehmensangaben vom 31. Juli im ersten Halbjahr 2018 auf -199 Mio. Euro sank, ist im Wesentlichen auf Einmaleffekte aus der Integration von Teilen der Air Berlin-Flotte zurückzuführen. Auf Konzernebene sank die führende Ergebniskennzahl der Lufthansa Group auch deshalb gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent auf 1,01 Mrd. Euro. Zumindest geht der Konzern davon aus, dass Integrationsaufwendungen die Ergebnisentwicklung letztmalig im dritten Quartal belasten werden.

Während die Lufthansa die Air-Berlin-Integration mit der Zeit immer besser in den Griff bekommen sollte, hat das Unternehmen derzeit mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. Dazu gehört der jüngste Anstieg der Rohölpreise. Zumal die Treibstoffausgaben ein besonders wichtiger Kostenfaktor bei Airlines sind. Die Treibstoffkosten sind im ersten Halbjahr 2018 preis- und mengenbedingt um 216 Mio. Euro auf 2,8 Mrd. Euro gestiegen. Weitere Steigerungen könnten folgen. Darüber hinaus droht das weltweite Wirtschaftswachstum aufgrund der Handelsstreitigkeiten an Dynamik zu verlieren, was für weniger Flugreisen sorgen könnte.

Noch kann sich die Lufthansa jedoch nicht über ihre Passagierzahlen beschweren. Laut Konzernangaben vom 11. September wurden zwischen Januar und August 2018 rund 94,84 Millionen Fluggäste befördert. Ein Anstieg von 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Positiv stimmt auch der Umstand, dass das Lufthansa-Management auch für das Gesamtjahr 2018 von höheren Stückerlösen ausgeht.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Lufthansa-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DS3Y8E / ISIN: DE000DS3Y8E4) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 5,09, die Barriere bei 17,25 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DS4P05 / ISIN: DE000DS4P055, aktueller Hebel 3,77; Barriere bei 24,40 Euro) auf fallende Kurse der Lufthansa-Aktie setzen.

Stand: 01.10.2018/Ein Gastkommentar von Christian-Hendrik Knappe, db x-markets

© Deutsche Bank AG 2018

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