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Inzwischen reicht es Pharmaunternehmen nicht mehr, nur bestimmte Wirkstoffe gegen Krankheiten zu entwickeln. Sie wollen mithilfe der Gentherapie Erbkrankheiten oder die schlimmsten Krebsarten ein für alle Mal besiegen. Die Gentherapie verspricht Großes. Auch Investoren.

Aller Anfang ist schwer 

Die Heilung von Aids, Krebs oder schweren Erbkrankheiten. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos zu sein. Für viele Krankheiten ist ein bestimmter Gendefekt verantwortlich. Wäre es also nicht ideal, wenn man dieses eine defekte Gen isolieren, entfernen und es durch ein intaktes Gen ersetzen oder reparieren könnte. Genau dies versuchen Gentherapeutika. Dabei handelt es sich um ein sehr junges, stark experimentelles Gebiet der Medizin. Bisher wurden gerade einmal ein halbes Dutzend Gentherapien zugelassen, während die Ergebnisse nicht immer überwältigend waren. Zum Beispiel berichtete die Internetseite wissensschau.de unlängst vom Scheitern der ersten Gentherapie in Europa, „Glybera“. Grund für das Scheitern waren unter anderem die enormen Kosten von bis zu 1 Mio. Euro für eine Behandlung.

Trotz des holprigen Starts schreitet die Entwicklung von Gentherapien voran. In den USA und Europa wurden inzwischen weitere Therapien zugelassen. Allen voran die Novartis-Therapie „Kymriah“ gegen bestimmte Formen von Blutkrebs und die Konkurrenztherapie des US-Konzerns Gilead Sciences, „Yescarta“. Bei den so genannten CAR-T-Zelltherapien werden körpereigene T-Zellen dem Patienten entnommen und gentechnisch derart modifiziert, dass sie die für das Immunsystem unsichtbar gewordenen Krebszellen enttarnen und damit wieder angreifbar machen. In diesem Fall werden nicht im klassischen Sinne der Gentherapie defekte Gene durch intakte ersetzt. Es müssen jedoch viele Hürden aus dem Weg geräumt werden.

Interessantes Anlagethema

Eine Möglichkeit, die intakten Gene an ihren Bestimmungsort in den Zellen zu bringen, ist der Einsatz so genannter Vektoren (in der Regel Viren). Diese tragen die Gene an die richtige Stelle, bergen aber auch Nachteile. Der Körper ist darauf trainiert, Viren anzugreifen. Auch CAR-T-Zelltherapien können mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein. Als Lösung könnten vor allem Genscheren dienen. Mit ihnen könnten Gene sehr genau geschnitten, repariert oder ersetzt werden. Allerdings bestehen auch hier Gefahren, zum Beispiel die eines Fehlschnittes. Zudem gibt es keine Garantie, dass bei der Heilung von Krankheiten Halt gemacht wird. Das „Designerbaby“ ist eine Horrorvorstellung, die durch die Medien geistert. Zudem ist Gentherapie eine extrem teure Angelegenheit. Allerdings sollte mit ihrer Verbreitung auch die Kostenfrage geklärt werden.

Kein Wunder, dass sich Investoren längst für den Bereich Gentherapie interessieren. Um dieses Anlagethema auch für Privatanleger investierbar zu machen hat Vontobel ein Open End Partizipationszertifikat (WKN: VA3BPR / ISIN: DE000VA3BPR6) auf den Vontobel Gene Therapy Performance-Index aufgelegt. In diesem Index sind 16 Unternehmen aus dem Bereich Gen- und Zelltherapie zu finden. Die Auswahl erfolgt anhand der vom Indexsponsor Bellevue Asset Management in seinen Research-Tätigkeiten mit den höchsten Bewertungen versehenen Unternehmen. Der Therapy Performance-Index ist zweigeteilt. Im „etablierten“ Teil sind große, am Markt lange Zeit bekannte Unternehmen wie Novartis, Celgene oder Thermo Fisher zu finden, während der Index zusätzlich aus relativ jungen hochinnovativen Biotechnologiewerten besteht. Auf diese Weise wird eine Risikostreuung hergestellt.

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[…] existieren aber auch weitere Möglichkeiten. Novartis hatte unlängst mit dem Mittel Kymriah für Aufsehen gesorgt. Dieses wird zur Behandlung […]