Bei Puma beginnt die Arbeit von vorne

Bereits bei Nike hatte man sehen können, wie schwer es Sportartikelhersteller derzeit haben. Puma muss nun große Anstrengungen für eine Wende leisten.

(Bildquelle: unsplash / Nik)

Die Aktie des Sportartikelherstellers Puma (WKN: 696960 / ISIN: DE0006969603) stürzte am Freitag zeitweise um rund 18 Prozent ein. Und dies, nachdem der MDAX-Wert im bisherigen Jahresverlauf ohnehin keine gute Figur abgegeben hatte. Angesichts der schwierigen Konjunktur, der Zoll- und Handelsthematik sowie der unsicheren Geopolitik ist es aber alles andere als Verwunderlich, dass sich die Konsumlaune weit unten befindet.

Puma geht Probleme an

Bisher wollte das Management im Geschäftsjahr 2025 einen währungsbereinigten Anstieg der Umsatzerlöse im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich bewerkstelligen. Dies hat sich nun erledigt. Nun wird Rückgang der währungsbereinigten Umsätze im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Es wird damit gerechnet, dass sich die im zweiten Quartal beobachtete schwächere Umsatzentwicklung für den Rest des Jahres 2025 fortsetzen und zu höheren Lagerbeständen führen sollte. Genau diese Lagerbestände will man daher aggressiv angehen, was beispielswiese mit hohen Rabatten möglich ist. Hinzu kommen erwartete negativen Effekte der US-Zölle in Höhe von rund 80 Mio. Euro auf den Rohertrag.

Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird sogar ein Verlust erwartet. Bisher hatte man 445 bis 525 Mio. Euro prognostiziert. Zu den Reaktionen auf die gedämpften Wachstumsaussichten gehört auch eine Anpassung der Investitionspläne. Statt bei 300 Mio. Euro sollen die Investitionsausgaben (CAPEX) für 2025 bei 250 Mio. Euro liegen. Zudem wurde 2026 zu einem Übergangsjahr ausgerufen.

Unterschiedliche Reaktionen

Am Markt zeigte man sich von den anhaltenden Problemen bei Puma sowie im Hinblick auf die schwierige Gesamtmarktlage enttäuscht. Einige Experten sehen es aber positiv, dass zumindest die eigenen Probleme konsequent angegangen werden. So bestätigte Deutsche Bank-Analyst Adam Cochrane im Fall der Puma-Aktie das „Buy“-Rating und das Kursziel von 34,00 Euro. Besonders positiv sieht es der Analyst, dass vor einer neuen Strategie kräftig aufgeräumt werde. Auch Warburg Research-Analyst Jörg Philipp Frey sprach von einer Bereinigung, die der neue Chef vornehmen würde.

RBC Capital-Analyst Piral Dadhania kritisiert seinerseits, dass es Puma in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt offenbar an Produkt- und Markendynamik fehlen würde. Die günstige Bewertung sei angesichts der unsicheren Aussichten für den Analysten derzeit kein Kaufgrund. Jefferies-Analyst James Grzinic stößt wiederum die deutliche Prognosesenkung negativ auf, während UBS-Analyst Robert Krankowski vor allem den sich intensivierenden Wettbewerb als Belastungsfaktor im Blick hat.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Bevor das Puma-Management keine klare Strategie präsentiert, wie man die eigenen Probleme in den Griff bekommt und sich die allgemeine Marktlage nicht bessert, sollte Anleger im Fall der Puma-Aktie weiterhin an der Seitenlinie bleiben.