Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Fresenius hierzulande, IBM an der Wall Street – enttäuschen die Unternehmen die erfolgsverwöhnten Investoren und Besitzer von aktuell hoch bewerteten Aktien, werden sie abgestraft. Und der Gesamtmarkt gleich mit, denn es geht die Angst um, dass sich in den kommenden Monaten solche Nachrichten häufen werden und der Höhepunkt im Gewinnwachstum der Unternehmen gerade in den USA schon wieder hinter uns liegt.

Und das zu einem Zeitpunkt, indem das Umfeld für Aktien schwieriger wird. Innerhalb der US-Notenbank mehren sich die Stimmen, die stärker steigende Zinsen favorisieren als es der Markt bislang erwartet. Manche Mitglieder plädierten laut gestern Abend veröffentlichtem Sitzungsprotokoll gar für eine zeitweise restriktive Geldpolitik. Um diese sich ändernden geldpolitischen Rahmenbedingungen zu kompensieren, müssten die Unternehmensgewinne schon sehr dynamisch weiter steigen, um die hohen Aktienkurse zu rechtfertigen. Und da passen diese negativen Nachrichten von gestern so gar nicht ins gewünschte Bild der Investoren.

Vor diesem Hintergrund musste auch der Deutsche Aktienindex seine Erholungsrally gestern vorerst beenden, unternimmt aber heute Morgen den Versuch, sich von der Marke 11.695 zu lösen, dem alten Jahrestief aus dem Januar. Bliebe es an der politischen Front rund um den Brexit, Italien und den Handelsstreit ruhig, hätte zwar eine im Gesamtbild eher positiv verlaufende Berichtssaison die Chance, den Aktienmarkt weiter zu stabilisieren und in eine Jahresendrally zu führen. Der in diesem Satz enthaltene Konjunktiv aber drückt die Sorge darüber aus, dass der Mix aus steigenden Risiken, höheren Zinsen und noch immer sehr viel Optimismus im Markt kontraproduktiv wirken und die Börsen eher bremsen dürfte.

Jochen Stanzl

Ein Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: CMC Markets / Pressefoto Deutsche Börse AG

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