US-Autos sollen im Zuge des Handelsdeals in Zukunft zollfrei in die EU importiert werden können. Die US-Zölle sollen wiederum statt bei 27,5 Prozent bei 15 Prozent liegen.
Während US-Autohersteller auf dem europäischen Markt bisher eine eher untergeordnete Rolle spielten, dürfte der Deals daran so schnell wenig ändern.
Viel wichtiger sind die Auswirkungen der Produktionssteigerungen der chinesischen Hersteller sowie die Bedeutung des Zoll-Deals für deutsche Hersteller wie Volkswagen (WKN: 766403 / ISIN: DE0007664039).
Schwierige Rechnung
US-Präsident Donald Trump selbst warb für den Zoll-Deal, dass dieser auch für europäische Hersteller positiv sei. Unternehmen wie BMW unterhalten bereits große Produktionskapazitäten in den USA und könnten nun ihre Fahrzeuge von dort aus zollfrei in die EU exportieren. Volkswagen hat dagegen eine eher kleine US-Präsenz.
Allerdings müssen in Bezug auf die Produktion in den USA auch die Zölle auf importierte Teile oder den Transport in Betracht gezogen werden, sodass eine gesamtheitliche Betrachtung der Attraktivität eines Fahrzeugexports aus den USA in die EU schwierige ausfällt. Viel wichtiger dürfte kurzfristig die Planbarkeit sein.
Zölle drücken VW-Ergebnisse
Bei Volkswagen dürfte man froh sein, dass zumindest die zuletzt geltenden höheren Zölle von 27,5 Prozent nicht mehr gelten sollen. Außerdem wurden einige Unsicherheiten beseitigt. Immerhin war es auch die jüngste Zoll-Politik der Trump-Regierung, die den Wolfsburgern einen Gewinnrückgang eingebrockt hatte.
Im ersten Halbjahr 2025 fiel das operative Ergebnis vor allem aufgrund hoher Belastungen aus erhöhten US-Importzöllen (1,3 Mrd. Euro) gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent auf 6,7 Mrd. Euro. Die operative Umsatzrendite erreichte damit 4,2 Prozent. Der Nettogewinn rutschte um 39 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro ab.
Volkswagen hat Potenzial
Auch wenn die Zollthematik insbesondere Autohersteller weiter beschäftigen sollte, sehen einige Marktteilnehmer gerade Volkswagen auf einem guten Weg.
Dazu gehört unter anderem Deutsche Bank-Analyst Tim Rokossa. Nach Bekanntgabe der jüngsten Ergebnisse hatte er im Fall der Volkswagen-Aktie das „Buy“-Rating und das Kursziel von 125,00 Euro bestätigt. Aktuell würde dies einem Kurspotenzial von mehr als 30 Prozent entsprechen.
Der Analyst verweist darauf, dass die Wolfsburger im Kernsegment sehr solide zugrunde liegende Ergebnisse gemeldet hätten. Zudem bleibt die Aktie ein „Top Pick“ in der Autobranche.
Die Zukunft ist autonom
Neben der Elektromobilität gehört auch das Autonome Fahren zu den Bereichen, in denen Volkswagen zuletzt Fortschritte erzielen konnte. So konnte zuletzt die Vorstellung des Elektro-Bullis ID.Buzz AD, dem ersten komplett autonom fahrende Serienauto Europas, für Furore sorgen. Erstmals zum Einsatz kommen soll es ab 2026 zunächst in Hamburg dank dem Ridepooling-Ökosystem MOIA und Los Angeles.
Danach sollen weitere Städte hinzukommen. Als Kunden hat man bereits Uber gewonnen. Der Ride-Hailing-Anbieter will bis zu 10.000 Stück der Fahrzeuge abnehmen. Im Zuge ihrer Partnerschaft soll noch in diesem Jahr eine Testphase beginnen, der kommerzielle Betrieb ist ab 2026 in Los Angeles vorgesehen. Als Kunden sind zudem größere Unternehmen oder große Flottenbetreiber wie Verkehrsbetriebe vorgesehen.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Aktuell ist es schwierige so etwas wie Euphorie in der europäischen Automobilbranche zu sehen. Die Konkurrenz aus China macht Druck, während die Zollthematik trotz Handels-Deal mit den USA aktuell bleiben dürfte. Volkswagen scheint zuletzt aber einen guten Weg im Hinblick auf die Eroberung der Zukunftsmärkte rund um die Elektromobilität und das Autonome Fahren eingeschlagen zu haben.
Anleger, die gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von Volkswagen setzen wollen, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MJ0NHK / ISIN: DE000MJ0NHK1) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.









