Bildquelle: markteinblicke.de

Es war ein gutes Jahr: viele Beeren am Strauch, Reben am Stock und reichlich Zwetschgen, Äpfel, Birnen hingen an den Ästen. So manch ein Bäumchen musste gestützt werden mit Stecken, um der schweren Last Abhilfe zu leisten. Erfreulich! Besonders wenn man bedenkt, dass es auch schon andere Jahre gab: wenig oder kein Obst zu ernten regional oder auf weiter Fläche, weil die Blüten bereits im Frühjahr verfroren sind. Das Wetter muss schon mitspielen, und auch Schädlinge oder Krankheiten können sich negativ auf den Ernteertrag auswirken. Im ungünstigen Fall ist dies für den privaten Hobbygärtner ärgerlich, stellt jedoch für richtige Obst- und Weinbauern unter Umständen eine existenziell bedrohliche Sache dar. Eigener Anbau im Haus- oder Schrebergarten ist zwar mit Arbeit verbunden, kann aber auch als eine Leidenschaft, eine Lebensart, eine Fortführung von Traditionen angesehen werden. Außerdem dürfte eine Inflation den Garten nicht schrumpfen lassen.

Es gab Zeiten, vielleicht existieren diese immer noch, als ganze Familien, bestehend aus Großeltern, Eltern, Kinder, auf die oftmals eigenen Streuobstwiesen mit Wagen und Anhänger hinausfuhren zur Ernte. Rauf auf die Leiter! Die reifen Äpfel müssen gepflückt und anschließend sorgsam in die Holzkisten gelegt werden. Die auf dem Boden liegenden Äpfel und Mostbirnen wurden aufgelesen, in Säcke gepackt und dann zur Abgabestelle gefahren. Dort wurden sie gewogen und man bekam eine Gutschrift, so dass man sich dafür vergünstigt Saftflaschen kaufen konnte. Mosten und Schnaps brennen aus Obst: nichts muss verderben – und schließlich kann man nicht mehr essen oder verschaffen wie man für den Eigenbedarf auch tatsächlich benötigt. Beeren eignen sich zum Einfrieren, Saften oder für die Herstellung von Marmelade. Gute Äpfel können im Keller gelagert werden bis zum Verzehr in Kisten oder Körben. Die etwas beschädigten oder nicht ganz so schönen Äpfel müssen nicht weggeworfen werden, sondern können ausgeschnitten werden. Daraus lässt sich Kompott kochen, das passt gut zu beispielsweise Kartoffelpuffer und Pfannkuchen. Frischer Most schmeckt sicherlich Jung und Alt – gepresst aus Äpfeln oder Trauben.

In den Weinanbaugebieten dürfte die Weinlese schon weitgehend abgeschlossen sein, verbunden mit Veranstaltungen wie Weinproben und Weinlesefeste. Weinstuben öffnen ihre Türen und auch die Besenwirtschaften sollten bald einladen zum gemütlichen Zusammensitzen bei neuem Wein und deftigem Essen: Schlachtplatte, Leber- und Griebenwurst, Bratwurst, Sulze oder Salzfleisch mit frischem Sauerkraut: ein Stück deutscher Kultur.

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