Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Der Deutsche Aktienindex steht vor einer Zerreißprobe. Die Erholung gestern hat sich nach dem Ausverkauf an der Wall Street in Wohlgefallen aufgelöst. Der Druck aus dem Handelskrieg mit China und die Angst vor einer harten Landung der chinesischen Volkswirtschaft sind einfach zu stark.

Auf eine Aktion folgt immer eine Reaktion – US-Präsident Trump agiert und schwächt China und die Regierung in Peking reagiert mit einem Konjunkturpaket, was aber nur die Symptome bekämpft. Die Ursachen der Wirtschaftsschwäche – Überschuldung, hohe Zinsen und hohe Rohstoffpreise – sind weiter vorhanden.

Der Yuan steht zum Dollar so tief wie im August. Damals hegte man die Hoffnung, eine aus Peking nach Washington entsandte Handelsdelegation könne die Wogen glätten. Ein Trugschluss. Der Yuan ist ein Übernachtrisiko auch für den deutschen Aktienmarkt. Dynamische Yuan-Abwertungen indizieren das steigende Risiko einer harten Landung der chinesischen Volkswirtschaft und dürften die Aktienmärkte weltweit in Turbulenzen versetzen.

Jetzt geht es im DAX um die Marke von 11.396 Punkten und damit um das Ausverkaufstief dieses Monats. Bricht es, kann es wie auch im amerikanischen S&P 500 zu unkontrollierten Verkäufen kommen. Hält das Tief dagegen, könnten erste mutige Käufer hier für eine Stabilisierung sorgen.

Jochen Stanzl

Ein Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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Bildquellen: CMC Markets / Pressefoto Deutsche Börse AG

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