Walt Disney setzt auf NFL und WWE

Walt Disney hat gemischte Ergebnisse für das dritte Quartal abgeliefert. Gleichzeitig hat der Konzern wichtige Weichen gelegt, um im Streaming-Bereich zu punkten.

(Bildquelle: unsplash / Toni Pomar)

US-Amerikaner sind verrückt nach Football, American Football. Entsprechend ist die Liga NFL in den vergangenen Jahren enorm gewachsen und hat sämtliche Sportarten in Sachen TV-Zuschauerzahlen oder Einnahmen weit hinter sich gelassen. Welche Bedeutung die NFL hat, zeigt der Umstand, dass der Draft, also lediglich die Auswahl der jungen College-Spieler durch die 32 Vereine, mehr Zuschauern generieren kann als die Playoff-Finals der Basketballliga NBA. Grund genug für Walt Disney (WKN: 855686 / ISIN: US2546871060), zum Start seines Sport-Streamingdienstes rund um ESPN besonders auf die Zugkraft der NFL zu setzen.

Disney setzt auf NFL und WWE

Der Streaming-Dienst von ESPN soll am 21. August an den Start gehen. Für 29,99 US-Dollar pro Monat erhalten User Zugang zu Profi- und College-Sportarten wie der NFL, NBA, MLB oder NCAA. Wichtig sind vor allem auch für das amerikanische Publikum Studiosendungen wie „SportsCenter“ oder „Pardon the Interruption“. Ein neuer Deal mit der NFL umfasst wiederum den Zugang zu Inhalten von NFL Network. Im Gegenzug erhält die NFL einen Anteil von 10 Prozent an dem Sportsender ESPN. Damit nicht genug. US-Amerikaner stehen bekanntermaßen auch auf Wrestling.

Für rund 325 Mio. US-Dollar pro Jahr wird ESPN auf seinem Streaming-Kanal ab 2026 die größten Live-Events der Wrestling-Liga WWE wie WrestleMania, Royal Rumble oder SummerSlam zeigen. Damit folgen Disney und ESPN dem Branchenkonkurrenten Netflix. Dieser hatte im Jahr 2024 mit der WWE einen 10-Jahres-Vertrag über 5 Mrd. US-Dollar für die Übertragungen der wöchentlichen „Raw“-Sendungen vereinbart. Während die NFL und WWE dem neuen Streaming-Dienst von ESPN einen Schub bei der Gewinnung neuer User geben sollen, hatte Disney+ in dieser Hinsicht zuletzt etwas enttäuscht.

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Licht und Schatten

Disney+ begrüßte im Laufe des abgelaufenen Quartals rund 1,8 Millionen neue Abonnenten. Die Gesamtzahl stieg damit auf etwa 127,8 Millionen. Allerdings hatten Marktteilnehmer laut Bloomberg-Konsens mit einem Wert von 2,05 Millionen gerechnet. Positiv ist jedoch der Umstand, dass das lange Zeit verlustbringende Direct-to-Consumer-Geschäft in dem zum 28. Juni zu Ende gegangenen Quartal einen operativen Gewinn von 346 Mio. US-Dollar einbringen konnte. Dabei profitierte Disney nicht nur von mehr Abonnenten, sondern auch von höheren Preisen.

Allerdings zeigten sich Börsianer zuletzt enttäuscht, wie schnell die Einnahmen im traditionellen linearen Fernsehen schwinden. In diesem Bereich verzeichnete Disney im dritten Quartal 2024/25 einen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 15 Prozent, während der operative Gewinn sogar um 28 Prozent rückläufig war. Konzernweit hatte Disney einen Umsatzanstieg um 2 Prozent auf 23,65 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte wiederum 1,61 US-Dollar. Auf diese Weise wurden die Markterwartungen vor allem auf der Ergebnisseite deutlich übertroffen, während diese auf der Umsatzseite in etwa im Rahmen der Konsensschätzungen lagen.

Analysten hatte Disney zuvor einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,46 US-Dollar bei Gesamterlösen von 23,68 Mrd. US-Dollar zugetraut. Die EPS-Prognose für das Gesamtjahr wurde zwar um 10 Cents auf 5,85 US-Dollar angehoben, allerdings hielt sich die Freude darüber am Markt in Grenzen, da das Management im Hinblick auf die Disney+-Abonnentenzahlen lediglich von einem „leichten Anstieg“ gegenüber dem abgelaufenen dritten Quartal gesprochen hatte. Der Markt hatte hier zuletzt ein Wachstum um 2,7 Millionen Abonnenten in Aussicht gestellt.

Die Besucherzahlen stimmen

Zu den Lichtblicken gehörte auch im abgelaufenen Quartal bei Disney das Geschäft mit Freizeit- und Vergnügungspark. Hier lagen die Erlöse bei 9,09 Mrd. US-Dollar und damit oberhalb der Konsensschätzungen von etwa 8,87 Mrd. US-Dollar. Im heimischen Geschäft wurde zudem ein Anstieg beim operativen Ergebnis um 22 Prozent verzeichnet.

Dem Konzern kamen trotz der geopolitischen Unsicherheiten verschiedene Trends wie höhere Ausgaben vonseiten der Parks-Besucher oder Kreuzfahrt-Gäste sowie steigende Gastzahlen bei den Kreuzfahrtangeboten zugute. Hier hatte sich vor allem der Start des Kreuzfahrtschiffes „Disney Treasure“ positiv bemerkbar gemacht. Auch für das laufende Quartal durfte das Management bisher höhere Buchungszahlen rund um seine Parks, Kreuzfahrten sowie Resorts vermelden.

Mein Fazit

Der jüngste Quartalsbericht bei Disney enthält sowohl Licht als auch Schatten. Positiv gestalten sich insbesondere weiterhin die Entwicklungen rund um die Parks oder andere Freizeit- und Reiseangebote wie das Kreuzfahrtgeschäft. Gleichzeitig befindet sich die Profitabilität im Streaming-Bereich auf dem richtigen Weg, während der Launch des Sport-Streaming-Angebots rund um ESPN sowie die Partnerschaften mit der NFL oder WWE einiges für die Zukunft versprechen. Diese können auch im Wettbewerb mit Netflix ein Alleinstellungsmerkmal bedeuten.

Wer nicht nur auf Walt Disney, sondern gleich auf mehrere Unternehmen setzen möchte, die „wegen ihrer herausragenden Geschäftsmodelle mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in mehr als 100 Jahren noch erfolgreich am Markt agieren werden“, sollte einen Blick auf das Morgan Stanley Indexzertifikat (WKN: DA0ABN / ISIN: DE000DA0ABN5) auf den „Aktien für die Ewigkeit Index“ werfen.

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