Bildquelle: Pressefoto © SAP AG / Stephan Daub

SAP (WKN: 716460 / ISIN: DE0007164600) wuchs zuletzt im wichtigen Cloud-Bereich überraschend stark. Schon seit Jahren machen die Walldorfer im Geschäft mit der Mietsoftware aus der Wolke große Fortschritte. Doch dies reicht Anlegern offenbar nicht mehr. Sie wollen endlich auch Fortschritte auf der Ergebnisseite sehen. Kann SAP liefern?

Am 18. Oktober legte SAP seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2018 vor. Was Europas größter Softwarekonzern und die weltweite Nummer eins im Bereich Firmensoftware zu berichten hatte, klang zunächst sehr verheißungsvoll. Seit Jahren konzentrieren sich die Walldorfer auf das Wachstum im Bereich Cloud Computing. Angesichts der harten Konkurrenz, die US-Konzerne wie Oracle oder Salesforce.com darstellen, gilt es sich möglichst schnell Marktanteile auf dem Zukunftsmarkt zu sichern. Entsprechend optimistisch klang das Management angesichts der jüngsten Erfolge im Cloud-Geschäft.

Im September-Quartal 2018 stiegen die Cloud-Subskriptions-und -Supporterlöse im Vorjahresvergleich um 39 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 41 Prozent. Zu dem deutlichen Anstieg hatte auch eine Übernahme beigetragen. Die starke Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft sorgte dafür, dass sich das Management in Bezug auf die Jahresziele optimistischer zeigte. Die 2018er-Umsatzerlöse sollen um 7,5 bis 8,5 Prozent auf 25,2 bis 25,5 Mrd. Euro ansteigen, nachdem zuvor lediglich ein Plus von 6,0 bis 7,5 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Im dritten Quartal legten die Umsätze um 8 Prozent auf 6,0 Mrd. Euro zu.

Während SAP auf der Umsatzseite überzeugen konnte, zeigten sich Anleger angesichts der Entwicklung auf der Ergebnisseite enttäuscht. Unter dem Strich wies SAP für die Zeit zwischen Juli und September 2018 sogar einen Gewinnrückgang um 2 Prozent auf 974 Mio. Euro aus. Zu diesem Rückgang hatten verschiedene Faktoren wie die Kosten für die aktienbasierte Vergütung des Managements und der Belegschaft oder Integrationskosten nach den jüngsten Übernahmen beigetragen.

Am schmerzhaftesten dürfte jedoch der Umstand gewesen sein, dass das stark wachsende Cloud-Geschäft noch nicht so profitabel ist wie man es auf Managementseite gerne hätte. In diesem Punkt hofft SAP jedoch auf so genannte Skaleneffekte und dass die Profitabilität mit dem Erreichen einer gewissen Größe quasi von selbst zunimmt. Im dritten Quartal musste SAP einen Rückgang der um Einmaleffekte bereinigten operativen Marge im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozentpunkte auf 28,9 Prozent ausweisen, obwohl Marktteilnehmer mit einem deutlichen Anstieg gerechnet hatten.

Die Enttäuschung der Anleger über die Entwicklung der Profitabilität und das turbulente Gesamtmarktumfeld haben die SAP-Aktie kurzfristig unter Druck gebracht. Allerdings kann der zwischenzeitliche Kursrücksetzer auch als Einstiegsgelegenheit dienen. Schließlich gewinnt SAP im wichtigen Cloud-Geschäft Marktanteile hinzu und wächst kräftig weiter. Mit der Zeit sollten sich die hohen Investitionen auszahlen und der Konzernumbau zu einem Ende kommen.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der SAP-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DS47RK / ISIN: DE000DS47RK5) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 2,87, die Barriere bei 63,45 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DS7LN5 / ISIN: DE000DS7LN53, aktueller Hebel 3,55; Barriere bei 113,05 Euro) auf fallende Kurse der SAP-Aktie setzen.

Stand: 23.10.2018/ Ein Gastkommentar von Christian-Hendrik Knappe, db x-markets

© Deutsche Bank AG 2018

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