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Der Klassiker beim Zahlen an der Kasse: „Haben Sie unsere Kundenkarte?“ Eine alltägliche Frage beim Shoppen, millionenfach gestellt. Mit ihr verbunden ist eines der wichtigsten Themen unserer digitalen Zeit.

Gehen Sie einmal kurz zu Ihrem Geldbeutel und schauen Sie bitte nach: Kommen Sie auf drei bis vier Kundenkarten von irgendwelchen Supermärkten, Shops oder Kaufhäusern? Keine Payback-Karte, DeutschlandCard oder Miles&More-Karte? Zumindest die Statistik zeigt uns auf, dass deutsche Verbraucher im Schnitt 3,7 Bonus- und Kundenkarten besitzen. Frauen sind in Sachen Konsum-Kundenkarten übrigens die größte Zielgruppe, denn sie übernehmen in den meisten Haushalten den Einkauf.

Jäger und Sammler. Es ist auch verständlich – uns wird vom Handel suggeriert, dass wir nur durch diese Karte beim Einkaufen großzügig Punkte, Digest, Meilen und was sonst noch alles sammeln und dann auch noch umtauschen können. Ist doch clever, wir müssen doch eh im Supermarkt den Wochengroßeinkauf machen – warum nicht für die zu zahlende Summe an der Kasse entsprechende Bonuspunkte kassieren?

Nehmen und geben. Es winken Prämien, Rabatte, ja sogar Reisen, Flugtickets und Bargeld. Wir Deutsche lieben das! Circa ein Drittel der Kundenkartenbesitzer nutzen irgendwelche Bonusprogramme mehrfach im Monat. Bis hierher ist alles gut. Scheinbar. In Wirklichkeit lassen wir zu, dass mit unseren persönlichen Daten alles gemacht werden kann. Wir nehmen zwar, aber wir geben zu viel (preis). Und das machen wir nahezu alle. Die Payback-Karte haben über 30 Millionen Menschen in Deutschland.

Moderne Marktforschung. Dass wir überhaupt solche Karten haben, ist dem Fall des Rabattgesetztes im Jahr 2001 zu verdanken. Seitdem boomen bei uns Kundenkarten und Bonusprogramme. Eines sollte uns allen jedoch klar sein: Bonusprogramme wie Payback sind ein Marketinginstrument, dessen alleiniger Zweck darin besteht, den Kunden an das jeweilige Partnerunternehmen zu binden, neue Kunden zu gewinnen, wichtige Marktforschung zu betreiben und noch mehr Umsatz zu erzielen.

Das Blöde: Wir bekommen oftmals nur einen mageren Preisnachlass und werden oft vom Preisvergleich bei der Konkurrenz abgehalten, weil wir ja beim anderen Laden die Karten nicht einsetzen können.

Fazit. Wer beim Datenschutz auf Nummer Sicher gehen will, sollte im Zweifelsfall die Finger von Rabattkarten lassen. Oder um der Verbraucherzentrale Bundesverband das letzte Wort zu geben: „Wer eine Kundenkarte einsetzt, muss sich gut überlegen, ob es sich lohnt, eine lange Datenspur zu hinterlassen.“

Weitere Informationen findet jeder im Internet unter www.verbraucherzentrale.de


Daten, Daten, Daten

Bei der Beantragung einer Kundenkarte sollten Sie mit Vorsicht vorgehen. Einfach nur Name und Adresse eingeben und unterschreiben ist ein großer Fehler. Denn manche Formulare, so Verbraucherschützer, verleiten dazu, persönliche Daten unnötigerweise preiszugeben.

Name, Adresse und Geburtsjahr (nicht vollständiges Geburtsdatum) dürfen auch ohne Einverständnis des Kunden beispielsweise zu Werbezwecken weitergegeben werden, solange der Kunde nicht widerspricht. Sollen Telefonnummer oder E-Mail-Adresse für spätere Werbung verwendet oder weitergegeben werden, bedarf dies aber wiederum der besonderen Einwilligung des Kunden.

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Payback beispielsweise übermittelt Basisdaten an seine Partnerunternehmen. Das sind mehr als 40 stationäre und über 600 Online-Partner.

Es geht aber noch weiter: Für die wichtigen Marktanalysen wollen alle Unternehmen häufig noch weitere Informationen wie Familienstand, Kinderanzahl, Haushaltsgröße, Nettoeinkommen, Beruf oder Hobbys wissen. Diese Daten sind ein wertvolles Gut! Mit ihnen lassen sich hervorragend Käuferprofile – unter anderem für die gezielte Werbepost – erstellen.

Bei solchen Daten gilt, so die Verbraucherschützer: Wer diese Daten nutzen will, muss den Kunden darüber aufklären und eine separate Einverständniserklärung vorweisen können. Außerdem ist ein Hinweis darauf erforderlich, welche Folgen es hat, wenn der Verbraucher seine Einwilligung verweigert. Bei fast allen Kundenbindungssystemen würden mehr Daten gesammelt, als für die Abwicklung des jeweiligen Bonus-Programms notwendig seien, so Verbraucherschützer.

Das Kleingedruckte lesen – macht keiner, wir sollten es aber tun! Das Kreuzchen an der richtigen Stelle hilft dem persönlichen Datenschutz.

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