Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Auf den ersten Blick war die Tatsache, dass die Europäische Zentralbank aus ihrem heutigen Statement die Erwartung einer wieder nachlassenden Inflation gestrichen hat, ein Warnsignal. Denn das bedeutet auch, dass die Währungshüter erkannt haben, dass die anziehenden Teuerungsraten rund um den Globus nicht nur eine Folge steigender Energiepreise und damit vorübergehender Natur sind, sondern sich daraus ein Trend nach oben entwickelt. Dass die EZB darauf aber nicht mit früheren Zinserhöhungen reagieren will, hat das Warnsignal für den Moment etwas abgeschwächt.

Im Gegenteil, Mario Draghis Ausgeglichenheit nach der heutigen Sitzung hat die Märkte beruhigt, da ihnen genau diese Eigenschaft in dieser Woche abhanden gekommen war. Die Angst der Investoren vor einer Konjunkturabkühlung in der Eurozone ist so groß, dass sie die Nachricht von der EZB, dass die Risiken für das Wirtschaftswachstum eher ausgeglichen sind, dankbar aufgenommen haben.

Für Zuversicht sorgt auch, dass die Tiefs von gestern gerade bei Technologieaktien in den USA heute wieder gekauft werden. Der Oktober sollte für den Deutschen Aktienindex aus technischer Sicht möglichst wieder über 11.500 Punkten enden. Ein Schlusskurs darüber am kommenden Mittwoch könnte dann sogar den Startschuss für eine Jahresendrally geben.

Jochen Stanzl

Ein Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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Bildquellen: CMC Markets / Pressefoto Deutsche Börse AG

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