Liebe Freunde des glänzenden Metalls, es läuft mal wieder bei Gold – und wie! Während so mancher Börsianer im DAX nach Richtung sucht und sich Tech-Aktien zwischen Hype und Häme verlieren, marschiert Gold still und glänzend Richtung Rekord. Stand heute? Rund 3.480 US-Dollar pro Feinunze. Da kann man schon mal mit der Kette klimpern.
Seit Januar hat sich der Goldpreis um fast 39 Prozent nach oben geschraubt. In Zahlen: Das ist kein kleiner Zacken in der Kurve, das ist eine richtige Rallye mit Ansage. Und wer jetzt denkt, das sei alles nur kurzfristiges Geflirre – weit gefehlt.
Denn das Edelmetall hat nicht nur charttechnisch den Glanz zurück. Auch fundamental sieht’s so aus, als hätte Gold gerade erst den Turbo gezündet.
Technisch? Sieht goldrichtig aus.
Wer sich mit Linien, Durchschnitten und Oszillatoren herumschlägt (also Menschen, die Excel-Dateien ernsthaft mögen), bekommt derzeit von der Charttechnik ein sattes „Strong Buy“ entgegengerufen. Zwischen 3.425 und 3.500 US-Dollar liegt der nächste Widerstand – die Luft wird dünn, aber nicht zu dünn.
Eine Unterstützung? Gibt’s zur Not bei 3.373 US-Dollar, falls der Kurs mal ins Stolpern kommt. Aber insgesamt: Das technische Gesamtbild könnte nicht glänzender sein, sagen die Jungs und Mädels von FXStreet, Investing.com und MarketScreener unisono.
Und fundamental? Der Wind steht günstig.
Das Goldfieber ist auch eine Frage der Geldpolitik. Die US-Notenbank, liebevoll Fed genannt, flirtet derzeit ziemlich offen mit einer Zinswende – und zwar nach unten. Sinkende Zinsen? Schwächerer Dollar? Das ist für Gold wie ein Gratis-Spa-Tag in der Sauna. Besonders für Anleger außerhalb der USA wird’s dadurch erst richtig attraktiv.
Und als wäre das nicht genug, sorgt ein Gerichtsurteil in den USA für geringere Zölle – was den Dollar zusätzlich unter Druck bringt. Parallel meldet auch Silber ein Comeback: Über 40 US-Dollar pro Unze, 14-Jahreshoch – das sind Werte, die an alte Zeiten erinnern. Fast schon nostalgisch.
China sagt: Mehr ist mehr.
Und dann ist da noch China – nicht nur im Weltmarkt, sondern auch in Sachen Goldnachfrage immer für einen Paukenschlag gut. Im Juli haben sich die Nettoimporte laut Hongkonger Zollbehörden mehr als verdoppelt:
Fast 44 Tonnen Gold wanderten ins Reich der Mitte. Die Botschaft ist klar: China bleibt Gold-Fan. Und nicht nur China – Zentralbanken weltweit bunkern das glänzende Zeug weiter fleißig ein. Der Anteil von Gold an den globalen Reserven liegt mittlerweile bei satten 20 Prozent. Wer braucht schon Anleihen, wenn man Barren haben kann?
Aber Vorsicht, liebe Goldfreunde, auch wenn gerade vieles golden glänzt – ganz ohne Risiko ist die Reise nicht. Sollte die US-Wirtschaft plötzlich mit überraschend starken Zahlen um die Ecke kommen oder die Fed wieder den Falken mimt, kann der Kurs auch mal schnell Federn lassen. Entscheidend bleibt also: Knackt Gold nachhaltig die Marke von 3.500 US-Dollar? Wenn ja – wird’s spannend. Wenn nein – auch.
Mein Fazit
Gold ist im Moment das, was der VW Käfer früher mal war: Unkaputtbar, beliebt – und läuft einfach. Zinssenkungsspekulationen, ein wankender Dollar und die goldene Nachfrage aus Fernost – besser könnte die Melodie für Gold nicht klingen.
Ob’s für die ganz große Sinfonie reicht? Die nächsten Wochen werden es zeigen. Aber eines steht fest: Wer jetzt noch glaubt, Gold sei von gestern, sollte dringend sein Portfolio entstauben.
In diesem Sinne: Halten Sie das Depot mit Baustein-Aktien im Gleichgewicht – und vergessen Sie den Blick aufs Gold bitte nicht.
Herzlichst,
Ihr
Goldfinger








