Bildquelle: Pressefoto Daimler

Am 28. Oktober sicherte sich Lewis Hamilton beim Großen Preis von Mexiko den diesjährigen FIA Formel 1-Weltmeistertitel. Er ist nach Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher der dritte Fahrer, der fünf oder mehr WM-Titel in der Formel 1 gewonnen hat. Bei Daimler herrschte großer Jubel über den Erfolg ihres Fahrers. Auch weil man bei den Schwaben derzeit sonst nicht viel zu lachen hat. Allerdings kann sich dies schnell ändern.

Als Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000) am 19. Oktober 2018 die zweite Gewinnwarnung innerhalb von wenigen Monaten aussprach, hielten sich die Marktreaktionen in Grenzen. Anleger reagierten nur kurz geschockt. Nach den jüngsten Hiobsbotschaften waren sie offenbar der Meinung, dass keine weiteren negativen Überraschungen mehr folgen sollten und das negative Marktumfeld bereits zur Genüge in dem in diesem Jahr deutlich schwächelnden Kurs der Daimler-Aktie eingepreist sei. Zumal neben Daimler auch andere Autokonzerne oder Zulieferer ihre Prognosen senken mussten. Dazu zählen beispielsweise BMW oder Continental.

Daimler führte viele Begründungen an, warum das Konzern-EBIT im Gesamtjahr 2018 gegenüber dem Vorjahr „deutlich“ zurückgehen soll, nachdem bis zuletzt nur ein „leichter“ Rückgang in Aussicht gestellt worden war. Ursprünglich war sogar ein EBIT auf dem Vorjahresniveau vorgesehen. Doch diese Prognose wurde im Juni kassiert. Zu den Belastungsfaktoren zählen die erwarteten Aufwendungen aus einigen Verfahren im Skandal um möglicherweise manipulierte Abgaswerte. Zudem sind bei Mercedes-Benz Vans geringere Absätze infolge von Auslieferungsverzögerungen zu verzeichnen, während Rücklagen in Zusammenhang mit einem jahrelangen Gerichtsstreit rund um den Einsatz eines Kältemittels gebildet werden müssen. Und dies ist noch nicht alles.

Die Automobilhersteller stehen seit geraumer Zeit im Mittelpunkt der Handelsstreitigkeiten. Für die erste Gewinnwarnung 2018 hatten unter anderem erhöhte Einfuhrtarife für US-Fahrzeuge in den chinesischen Markt bei Mercedes-Benz Cars gesorgt. Auch die Kraftstoffverbrauch-Zertifizierung nach dem neuen Standard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) wirkt sich belastend aus. Deren Einführung sorgte im September für deutliche Absatzrückgänge.

Trotzdem konnte die Pkw-Marke Mercedes-Benz laut Unternehmensangaben vom 8. Oktober zwischen Januar und September mit 1,7 Millionen Autos in etwa so viele Fahrzeuge verkaufen wie im Vorjahreszeitraum. Angesichts des unsicheren Marktumfelds stellen die relativ robusten Absatzzahlen einen Lichtblick dar. Zudem könnte Daimler nun endlich der Umstand zugutekommen, dass man mit Geely seit diesem Jahr einen chinesischen Autokonzern als Großaktionär hat. Am 9. Oktober berichtete Bloomberg, dass Daimler und Geely ein Joint Venture in den Bereichen Carsharing und Ride-Hailing eingehen möchten.

Weitere Projekte im Bereich Elektromobilität wären ebenfalls denkbar. Genauso wie eine Partnerschaft mit Tesla. Zumindest schloss Konzernchef Dieter Zetsche in einem Interview mit der polnischen Tageszeitung „Rzeczpospolita“ am 29. Oktober eine Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Elektrowagenbauer und -Pionier nicht aus. Allerdings dürfte eine solche Kooperation in den kommenden Jahren ohne Zetsche vonstattengehen. Schließlich wird er den Vorstandsvorsitz zur Hauptversammlung 2019 an den bisherigen Mercedes-Entwicklungschef Ola Källenius abgeben. Auch ein solcher personeller Wechsel kann Kräfte freisetzen.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Daimler-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DX8DLD / ISIN: DE000DX8DLD5) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,34, die Barriere bei 42,00 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DS47Q8 / ISIN: DE000DS47Q85, aktueller Hebel 4,24; Barriere bei 61,20 Euro) auf fallende Kurse der Daimler-Aktie setzen.

Stand: 30.10.2018/ Ein Gastkommentar von Christian-Hendrik Knappe, db x-markets

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