Der Hype um künstliche Intelligenz sorgt längst nicht mehr nur bei Halbleiterfirmen wie Nvidia für Kursfantasie. Auch Unternehmen, die infrastrukturelle Basisarbeit leisten – insbesondere im Bereich Daten und Cloud – rücken zunehmend in den Fokus. Ein prominentes Beispiel: Snowflake (WKN: A2QB38 / ISIN: US8334451098).
Der amerikanische Cloud-Daten-Spezialist erlebt seit Jahresbeginn 2025 eine beeindruckende Performance. Mit einem Kursplus von rund 44 Prozent steht die Aktie Anfang September bei etwa 225 US-Dollar – getrieben durch starke Fundamentaldaten und eine strategische Neuausrichtung unter CEO Sridhar Ramaswamy. Seine klare Vision: Snowflake nicht nur als Datenspeicher, sondern als KI-Plattform der nächsten Generation zu etablieren.
Analysten sind begeistert
Bereits im ersten Quartal konnte das Unternehmen den Umsatz um 26 Prozent auf 1 Mrd. US-Dollar steigern. Für das zweite Quartal erwartet Snowflake bis zu 1,04 Mrd. US-Dollar – eine Prognose, die Anleger und Analysten gleichermaßen beeindruckt. Das Umsatzwachstum im Jahresvergleich hat sich auf 32 Prozent beschleunigt, die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 wurde auf 27 Prozent angehoben. Analyst Brent Thill von Jefferies sieht darin genug Anlass, das Kursziel von 250 auf 270 US-Dollar zu erhöhen – und hält am „Buy”-Rating fest. Auch Barclays-Analyst Raimo Lenschow spricht vom klassischen „Beat and Raise”-Bericht: Erwartungen übertroffen, Prognose erhöht.
Noch bemerkenswerter ist die zugrunde liegende Dynamik. Laut Thill basiert das Wachstum auf einer „beschleunigten Einführung von KI auf einer robusten Kerndatenplattform”. Genau hier differenziert sich Snowflake von Wettbewerbern: Nicht nur Datenspeicherung, sondern datengetriebene Intelligenz im großen Stil.
Snowflake – die reine Charttechnik
Die Aktie selbst zeigt sich technisch ebenfalls in guter Verfassung. Alle wichtigen gleitenden Durchschnitte (5–200 Tage) senden klare Kaufsignale, was den Aufwärtstrend bestätigt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 57 im neutralen Bereich, während ROC (Rate of Change) zusätzliche positive Impulse liefern.
Trotz des positiven Grundrauschens gibt es auch warnende Stimmen. Einige Anleger zeigen sich verunsichert durch jüngste Insiderverkäufe, etwa durch EVP Kleinerman, der Anteile im Wert von rund 2,3 Mio. US-Dollar veräußerte. Zwar sind solche Verkäufe nicht zwingend ein Vertrauensverlust – sie erzeugen jedoch Unsicherheit, gerade in Phasen starker Kursanstiege.
Die Analystenhäuser bleiben dennoch bullish: Das durchschnittliche Kursziel liegt aktuell zwischen 255 und 266 US-Dollar, was weiteres Potenzial von bis zu 18 Prozent impliziert. Banken wie Piper Sandler und TD Cowen haben ihre Bewertungen zuletzt angehoben – ein deutliches Signal für institutionelles Vertrauen.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Snowflake gelingt derzeit der Spagat zwischen fundamentaler Stärke, technischer Bestätigung und strategischer Weichenstellung. Der Fokus auf KI zeigt Wirkung, die operative Entwicklung stimmt – und das Sentiment am Markt bleibt überwiegend positiv.
Kurzfristige Rücksetzer sind angesichts der starken Rally seit Jahresbeginn durchaus möglich – sie wären aus technischer Sicht jedoch gesund. Für langfristig orientierte Anleger könnte Snowflake damit eine der spannendsten Wetten auf die Schnittstelle von Cloud, Daten und Künstlicher Intelligenz darstellen.









