Obwohl Oracle (WKN: 871460 / ISIN: US68389X1054) für das abgelaufene erste Quartal 2025/26 unter den Erwartungen Umsätze und Gewinne gemeldet hatte und eine enttäuschende Q2-Prognose abgab, sorgte der Software-Cloudkonzern mit einer Kennzahl für Erstaunen und wahre Jubelstürme an den Börsen.
Oracle liefert verblüffende Zahlen
Der SAP-Konkurrent hatte für das erste RPOs (Remaining Performance Obligations, verbleibende Leistungsverpflichtungen) im Volumen von 455 Mrd. US-Dollar. Damit wurde für die Zukunft ein unglaubliches Wachstum im Bereich Cloud impliziert.
Die Oracle-Aktie schoss darauf hin derart in die Höhe, dass Konzerngründer Larry Ellison dank seiner Unternehmensbeteiligung nahezu Tesla-Chef Elon Musk als reichsten Menschen auf dem Planeten ablöste.
Wie teilweise absurd die RPO-Zahl aussieht, zeigt der Umstand, dass Analysten im Vorfeld der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse gerade einmal mit einem Wert von 149 Mrd. US-Dollar gerechnet hatten. Dass einige der anderen Kennzahlen unter den Erwartungen blieben, störte dann nicht mehr.
„Brillanter“ Start
Das Ausmaß des jüngsten RPO-Wachstums ermöglicht es Oracle laut Konzernangaben, „den Teil der Cloud-Infrastruktur im Gesamtfinanzplan von Oracle deutlich nach oben zu korrigieren.“ Die neuen Prognosen sollen auf eine Analystenkonferenz im kommenden Monat vorgestellt.
Als Vorgeschmack hat das Management aber schon darauf verwiesen, dass der Umsatz im Bereich Oracle Cloud Infrastructure in diesem Geschäftsjahr um 77 Prozent auf 18 Mrd. US-Dollar steigen soll – und dann in den folgenden vier Jahren auf 32, 73, 114 und 144 Mrd. US-Dollar anwachsen werde. Auch deshalb sprach die Geschäftsführung von einem „brillanten Start“ in das Geschäftsjahr 2025/26.
„Zunehmendes Vertrauen“
Angesichts dieser Aussichten zeigten sich Analysten begeistert. BMO Capital-Analyst Keith Bachman hat als Reaktion das Kursziel für die Aktie von Oracle von 275,00 auf 345,00 US-Dollar angehoben und das „Outperform“ beibehalten.
Das Unternehmen habe ein unglaublich starkes Quartal bei den Buchungen gemeldet, was sich in einem Anstieg der RPOs niedergeschlagen habe. Trotz eines schwachen August-Quartals und der Umsatzprognose für das November-Quartal hat der Analyst „zunehmendes Vertrauen“ in die Nachhaltigkeit des Umsatz- und Betriebsergebniswachstums bei Oracle.
Brad Sills, Analyst bei der Bank of America spricht seinerseits von einem „außergewöhnlichen“ Wachstum bei den RPO-Aufträgen. Es gebe Hinweise auf einen „sprunghaften Anstieg der Nachfrage“ und dass Oracle Marktanteile in dem großen und schnell wachsenden Markt für KI-Infrastruktur erobert.
Bei Evercore ISI-Analyst Kirk Materne lautet das Fazit für das jüngste Quartal: „Herausragend“, während der „enorme Sprung“ beim OCI RPO die These des Experten von einer langfristigen Umsatz- und EPS-Beschleunigung stützen würde. So bleibt Oracle bei Guggenheim-Analyst John DiFucci seine „beste Idee“.
Mein Fazit
Oracle hat die Märkte in Staunen versetzt und gezeigt, dass das Cloud-Softwareunternehmen besonders gut in der Lage ist, das Wachstum im KI-Bereich für sich zu nutzen. Insgesamt liefert der Konzern auch einen weiteren Beleg dafür, dass der KI-Boom alles andere als abebbt.
Anleger, die gehebelt von Kurssteigerungen der Aktie von Oracle profitieren möchten, schauen sich ein Hebelzertifikat (WKN: MK9SP8 / ISIN: DE000MK9SP84) auf die Anteilsscheine des Cloud-Softwareunternehmens an. Wer jedoch nicht nur auf Oracle, sondern allgemein auf Profiteure des Booms rund um die Künstliche Intelligenz setzen möchte, sollte sich das Indexzertifikat auf den Künstliche Intelligenz Index (WKN: DA0ABV / ISIN: DE000DA0ABV8) anschauen.









