Bildquelle: markteinblicke.de

Dass der Deutsche Aktienindex trotz der tiefroten Vorgaben von der Wall Street zum heutigen Handelsstart schon einmal bis auf knapp 11.450 Punkte anzog, mag einige verwundert haben. Sie und andere nutzten deshalb auch diesen kleinen Zwischenspurt, um sich von ihren Positionen zu trennen. In der darauf folgenden Schwächephase fanden sich allerdings schon wieder Käufer, die den Markt komfortabel zurück ins Plus beförderten. Das Auf und Ab also bleibt, genau wie die Sorge vor einem erneuten Abrutschen der Technologiewerte in New York.

Allein gestern brach der Dow Jones angeführt von Apple und anderen Chipwerten um mehr als 600 Punkte ein und folgte damit den bereits schwachen Vorgaben aus Europa. Und Europa kämpft weiter an mehreren Fronten. Zum einen in den Brexit-Verhandlungen und zum anderen mit dem Haushaltsentwurf von Italien und den damit verbundenen Machtspielen in Brüssel.

Technisch könnte man den gestrigen Abverkauf an der Wall Street lediglich mit einer Reaktion auf den vorherigen starken Anstieg innerhalb von drei Tagen erklären, der nach den Zwischenwahlen in Gang kam. Fundamental setzt sich unter den Investoren mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die politischen Störmanöver und geldpolitischen Restriktionen in den kommenden Monaten bestehen bleiben dürften. Erste Lösungen in Sachen Politik zumindest könnten auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires Ende November gefunden werden.

Der Blick auf die Tanksäulen erzeugt derzeit ebenfalls Unbehagen, da die Preise trotz schwacher Ölnotierungen weiter zulegen. Gestern goss dann US-Präsident Trump sprichwörtlich weiteres Öl ins Feuer, als er auf die Nachricht der OPEC zur Förderdrosselung mit einem Tweet antwortete und darin hoffte, dass die Maßnahme zurückgenommen werde, da der Ölpreis aufgrund des derzeitigen Überangebots noch tiefer stehen müsse. Die Fronten auf diesem Spielfeld bleiben also ebenfalls verhärtet und eine weitere Eskalation damit nicht ausgeschlossen.

Ein Beitrag von Konstantin Oldenburger, CMC Markets, Frankfurt.

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Bildquellen: CMC Markets / Pressefoto Deutsche Börse AG

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