Bildquelle: Pressefoto © Norbert Steinhauser/SAP SE

Eigentlich wollte es SAP-Chef Bill McDermott in Sachen Milliardenübernahmen zur Ankurbelung des Cloud-Wachstums etwas ruhiger angehen lassen. Schließlich gab es davon in den vergangenen Jahren einige. Neben den hohen Kosten war die Integration der übernommenen Unternehmen nicht immer ganz einfach. Doch jetzt griff Europas größter Softwarekonzern doch noch einmal zu. Für 8 Mrd. US-Dollar in bar wird Qualtrics übernommen.

Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das im Software-Bereich Experience Management (XM) tätig ist. Qualtrics sammelt Feedback und Daten in den vier entscheidenden Unternehmensbereichen Kunden, Mitarbeiter, Produkt und Marke, die laut SAP (WKN: 716460 / ISIN: DE0007164600) zusehends bestimmen, ob Unternehmen in der künftigen Erlebniswirtschaft erfolgreich bleiben oder scheitern. Die Marktreaktionen fielen jedoch negativ aus.

Zunächst einmal, weil Anlegern etwas anderes in Aussicht gestellt wurde, nämlich von Unternehmensseite erst einmal auf solche milliardenschweren Übernahmen zu verzichten und die zuletzt nicht immer überzeugenden Ergebnisse auf Vordermann zu bringen. Dabei hatten unter anderem die Investitionen in das rasante Wachstum im Bereich Cloud Computing die Ergebnisse belastet.

Im dritten Quartal 2018 verbuchte SAP sogar einen Rückgang beim Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf 974 Mio. Euro. Zu diesem Rückgang hatten verschiedene Faktoren wie die Kosten für die aktienbasierte Vergütung des Managements und der Belegschaft oder Integrationskosten nach den jüngsten Übernahmen beigetragen. Zudem ist das stark wachsende und immer wichtiger werdende Cloud-Geschäft noch nicht so profitabel wie erhofft. Im September-Quartal musste SAP daher einen Rückgang der um Einmaleffekte bereinigten operativen Marge im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozentpunkte auf 28,9 Prozent ausweisen, obwohl Marktteilnehmer mit einem deutlichen Anstieg gerechnet hatten.

Mithilfe eines starken Wachstums und einiger Skaleneffekte, die sich ab einer bestimmten Größe des Cloud-Geschäfts ergeben sollen, will SAP die Profitabilität wieder ankurbeln. Zudem gilt es die deutlichen Zuwächse im Geschäft mit der Software aus dem Internet zu bedenken. Im September-Quartal 2018 stiegen die Cloud-Subskriptions-und -Supporterlöse im Vorjahresvergleich um 39 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 41 Prozent.

Die starke Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft sorgte dafür, dass sich das Management in Bezug auf die Jahresziele optimistischer zeigte. Nur ein Grund, warum SAP auch weiterhin das mit großem Abstand wertvollste börsennotierte Unternehmen Deutschlands bleibt. Der Marktwert liegt derzeit bei 108 Mrd. Euro und sollte dank der erwarteten Erfolge im Cloud-Geschäft ansteigen.

Wer ebenfalls bullish eingestellt ist, sich jedoch nicht gleich die SAP-Aktie ins Depot holen möchte, kann auf entsprechende Long-Produkte wie das Faktorzertifikat 5x Long auf SAP von Morgan Stanley (WKN: MF1H72 / ISIN: DE000MF1H722) zurückgreifen.

Melden Sie sich hier für unsere kostenlosen Newsletter an. Sie finden dort unser kostenfreies Newsletter-Angebot u.a. mit “marktEINBLICKE Auf die Schnelle” (Wochentags) und “marktEINBLICKE D-A-CH Rundschau” (Samstags).

Bildquelle: Pressefoto © Norbert Steinhauser/SAP SE

1
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
1 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
0 Kommentatoren
Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
trackback

[…] Eine milliardenschwere Übernahme, die schwächelnde Profitabilität und die Börsenturbulenzen, insbesondere im US-Technologiesektor, haben die SAP-Aktie zuletzt unter Druck geraten lassen. Dieser Druck sollte jedoch nicht lange anhalten. Mehr dazu hier. […]