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Der US-Dollar war 2018 äußerst beliebt. Alle Welt flüchtete in den sicheren Hafen. 2019 wird das anders.

Die Dollarstärke in diesem Jahr war so nicht zu erwarten. Der Dollar bewegt sich in langen Zyklen (Grafik 1). Seitdem es freie Wechselkurse gibt, tendierte der Dollar zu regelmäßigen Aufwertungen. Dieses Aufwertungsrunden dauerten zwischen 5 und 7 Jahre. Was aufwertet, wertet auch irgendwann wieder ab. Zuletzt wertete der Dollar von 2001 bis 2011 ab.

Mit hoher Zuverlässigkeit hält sich der Dollar an den Zyklus, der aus 5 Jahren Aufwertung und ungefähr 10 Jahren Abwertung besteht. Die letzte Aufwertung begann 2011 und endete vorerst im Jahr 2016, also wieder 5 Jahre nach dem Tief.

Es war kein Fehler, zu diesem Zeitpunkt von einer Trendwende auszugehen. Dann kam allerdings Trump. Die neue US-Regierung schob die Wirtschaft über Steuersenkungen und ein Ausgabenprogramm an. Das Wachstum im Rest der Welt verlangsamte sich. Daher war der Dollar deutlich attraktiver als andere Währungen.

Gegenüber Emerging Markets Währungen konnte der Dollar ohnehin zulegen. Länder wie Argentinien und die Türkei hatten ihre eigenen Probleme. Die Währungen kollabierten und verloren zeitweise 50 % gegenüber dem Dollar. Den breiter gefassten Dollar Index verhalf das zu einem neuen Hoch.

Nun geht der Aufwertungszyklus aber endgültig zu Ende. Der Zyklus hat dank einer sehr expansiven Politik der Regierung eine Verlängerung bekommen. Diese Verlängerung neigt sich dem Ende entgegen. Das hat mehrere Ursachen.

Einerseits verliert die US-Wirtschaft an Schwung. Die Outperformance der US-Wirtschaft neigt sich dem Ende entgegen, da das Konjunkturprogramm ausläuft und die Steuersenkung so langsam verpufft.

Andererseits drohen der Regierung immer höhere Haushaltsdefizite. Diese Defizite müssen irgendwie finanziert werden. Seit Jahrzehnten werden diese aus dem Ausland finanziert. Die USA verschulden sich im Rest der Welt. Sie haben keine andere Wahl, da die Sparquote im Inland nicht ausreicht, um die Defizite zu finanzieren.

Diese Defizite, vor allem durch den Staat verursacht, sorgen für Abwertungsdruck. Die Korrelation aus Dollar Index und Budgetdefizit (Grafik 2) ist alles andere als perfekt. Der Wert des Dollars wird auch von anderen Faktoren bestimmt. Das ändert allerdings wenig daran, dass ein höheres Defizit Druck auf den Dollar ausübt.

Dieser Druck steht allen anderen positiven Effekten gegenüber. Wobei man fairerweise sagen muss, dass die positiven Effekte 2019 auslaufen. Der Dollar hat es also mit viel Gegenwind zu tun.

Man kann im Vorfeld nicht den Tag und die Uhrzeit bestimmen, an dem der Zyklus dreht. Es wird aber immer offensichtlicher, dass es in diesen Wochen soweit sein wird. Das hat mittelfristig Konsequenzen, von denen Anleger profitieren können. Eine Dollarabwertung begünstigt vor allem Rohstoffinvestments. Nach einem schwierigen Jahr 2018 für Rohstoffe sollte es ab 2019 wieder ein attraktiver Sektor sein.

Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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