Die EZB bestätigte jüngst ihren zinspolitischen Kurs und behielt den Leitzins auf dem Niveau von 2,15 Prozent. Auch die Bestzinsen für Baufinanzierungen entwickelten sich in den letzten Wochen vergleichsweise ruhig.
EZB-Vizepräsident Luis de Guindos unterstrich jüngst, dass das gegenwärtige Zinsniveau angemessen sei, solange die Inflation und die wirtschaftlichen Projektionen keine signifikanten Abweichungen aufweisen. Die letzte geldpolitische Sitzung des Jahres ist für den 18. Dezember angesetzt, am dem neue Indikatoren für das weitere Vorgehen in Form von Wachstums- und Inflationsprognosen erwartet werden.
Zentrale Personalie bei der EZB
Ebenfalls im Fokus steht bereits die mögliche Nachfolge von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, deren Amtszeit 2027 endet. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel soll sich laut Medienberichten für die Spitzenposition interessieren und wirbt bereits um Unterstützung. Deutschland, als größte Volkswirtschaft im Euroraum, hat diese Führungsrolle bislang noch nicht besetzt. Weitere Kandidaten sind unter anderem Klaas Knot aus den Niederlanden und Pablo Hernandez de Cos aus Spanien.
Zugleich sorgte die US-Notenbank Fed mit einer erneuten Zinssenkung für Bewegung auf den Märkten: Nachdem sie den dortigen Leitzins im September erstmals seit Monaten um 0,25 Prozentpunkte gesenkt hatte, folgte Ende Oktober eine weitere Reduktion auf die Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent. Die Fed begründete diese Lockerung vor allem mit den zunehmenden Risiken am Arbeitsmarkt, trotz einer Inflationsrate von 3,0 Prozent im September, die noch deutlich über dem mittelfristigen Ziel von 2,0 Prozent lag. Marktbeobachter rechnen damit, dass bei der Fed-Sitzung Anfang Dezember weitere Zinsschritte möglich sein könnten.
Inflationsentwicklung in Deutschland und Eurozone
Die Inflation in Deutschland ist im Oktober leicht zurückgegangen: Die Verbraucherpreise stiegen um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nach einem Jahreshöchststand von 2,4 Prozent im September. In der Eurozone insgesamt setzte sich der rückläufige Trend der Inflation fort: Die Verbraucherpreise nahmen im Oktober um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, während die Kerninflation mit 2,4 Prozent stabil blieb. Die EZB sieht darin eine Annäherung an ihr mittelfristiges Inflationsziel von 2,0 Prozent und bewertet die aktuelle geldpolitische Ausgangsposition positiv.

Aktuelle Entwicklung der Baufinanzierungszinsen
Aktuell liegen die Bestzinsen für zehnjährige Zinsbindungen bei etwa 3,3 Prozent, für 15-jährige Bindungen bei rund 3,5 Prozent. Die Zinsswaps, Indikatoren für die zukünftige Zinsentwicklung, bewegten sich zuletzt nur in einer geringen Range. Impulse könnten in den kommenden Wochen vor allem aus den USA kommen. Die US-Notenbank hat angekündigt, ihren sogenannten „Balance Sheet Runoff“ – also den Abbau der Bilanzsumme – zum 1. Dezember einzustellen. Auch wenn dies noch kein erneutes Quantitative Easing darstellt, signalisiert der Schritt eine geldpolitische Lockerungstendenz. Entsprechend könnten sich am langen Ende der US-Zinskurve leichte Entspannungstendenzen zeigen.
Trotz stabiler Leitzinsen der EZB sehen wir aufgrund der unterschiedlichen fiskalischen Ausgangslagen der Mitgliedsstaaten immer wieder Aufwärtsdruck auf die langfristigen Renditen. Wir erwarten allerdings nach wie vor keine kurzfristig signifikanten Bewegungen bei den Bauzinsen.
Die Zins-Tendenz
Kurzfristig: Seitwärts mit leichter Volatilität
Langfristig: Stabil bis leicht rückläufig
Ein Beitrag von Antonio Skoro
Er ist Geschäftsführer Finanzierung der Qualitypool GmbH. Diese ist mit mehr als 13.000 aktiven Maklern einer der führenden Maklerpools Deutschlands. Qualitypool bietet Finanzdienstleistern und Finanzvertrieben professionelle Unterstützung bei der Vermittlung von Baufinanzierungen, Konsumentenkrediten, Bausparlösungen und Versicherungen. Der Vertriebsunterstützer ermöglicht Maklern im Rahmen eines speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Leistungspakets die neutrale Finanzierungsplattform EUROPACE sowie die Versicherungsplattform SMART INSUR. Qualitypool ist eine 100-prozentige Tochter der an der Frankfurter Börse im MDAX gelisteten Hypoport SE, einem Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit- & Immobilien- sowie Versicherungswirtschaft.
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