Zalando: Der About-You-Deal zahlt sich aus

Zalando zeigt im dritten Quartal dank Übernahme von About You beeindruckendes Wachstum – trotz schwachem Umfeld.

Bildquelle: Pressefoto Zalando

Mit dem Cyber Monday, dem Black Friday sowie ganzen Black Weeks fängt für Online-Händler wie Zalando (WKN: ZAL111 / ISIN: DE000ZAL1111) eine besonders heiße Phase des Jahres an. Diese mündet dann ins Weihnachtsgeschäft. Allerdings konnte der DAX-Konzern bereits im dritten Quartal stark wachsen, obwohl das Konsumumfeld angesichts der Inflation, der schwierigen Konjunktur sowie geopolitischer Unsicherheiten alles andere als einfach ist.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) kletterte zwischen Juli und September um 21,6 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro. Die Umsatzerlöse legten sogar um 26,5 Prozent auf 3 Mrd. Euro zu.

Dafür sorgte insbesondere der Zusammenschluss mit About You, der am 11. Juli 2025 vollzogen wurde. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte wiederum leicht auf 96 Mio. Euro verbessert werden, nach 93 Mio. Euro im Vorjahr.

Auf Pro-forma-Basis – also unter der Annahme, About You wäre bereits im Vorjahr Teil der Gruppe gewesen – wuchsen Bruttowarenvolumen um 6,7 Prozent und der Umsatz um 7,5 Prozent. Das organische Wachstum fällt damit moderater aus, zeigt aber dennoch positive Dynamik in einem herausfordernden Marktumfeld.

DFB-Deal sorgt für gemischte Reaktionen

Allerdings zeigten sich Anleger zuletzt weniger erfreut über die Aussicht auf Millionenzahlungen an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Zuge einer strategischen Partnerschaft. Diese soll jedoch unter anderem Zalandos Standing im Sportgeschäft stärken und so für mehr Wachstum sorgen. Die fünfjährige Partnerschaft bis 2030 macht Zalando zu einem der Hauptpartner der deutschen Nationalmannschaften.

Laut Fachmedien soll der Deal dem DFB jährlich eine mittlere zweistellige Millionensumme einbringen. Das Zalando-Logo wird auf Pre-Match- und Trainingsshirts präsentiert, zudem umfasst die Partnerschaft LED-Bandenwerbung und Social-Media-Aktivitäten. Die Sportoffensive ist Teil einer breiteren Strategie: Zalando sponsert bereits den Berlin-Marathon und partnert mit Events in Rotterdam und Kopenhagen.

B2B-Geschäft mit Marks & Spencer und Deichmann

Im Business-to-Business-Segment baut Zalando sein E-Commerce-Betriebssystem ZEOS weiter aus. Ein Meilenstein ist die erweiterte Kooperation mit der britischen Handelskette Marks & Spencer: ZEOS übernimmt das Fulfilment für das gesamte kontinentaleuropäische E-Commerce-Geschäft, auch auf Plattformen wie Amazon und About You.

Mit der SCAYLE-Softwaresparte von About You wurden weitere Großkunden gewonnen, darunter Deichmann und Netto Marken-Discount. Das B2B-Segment erzielte im dritten Quartal 277 Mio. Euro Umsatz – ein Plus von 15,6 Prozent. Das bereinigte EBIT stieg auf 20 Mio. Euro, die EBIT-Marge verbesserte sich deutlich auf 7,6 Prozent.

61 Millionen aktive Kunden und Jahresprognose bestätigt

Die Zahl der aktiven Kunden stieg auf 61,4 Millionen – ein neuer Höchststand. Über 5 Millionen Menschen nutzen bereits Angebote von sowohl Zalando als auch About You. Für das Gesamtjahr 2025 bestätigt Zalando die Prognose:

Bruttowarenvolumen- und Umsatzwachstum von 4 bis 7 Prozent auf Pro-forma-Basis, bereinigtes EBIT zwischen 550 und 600 Mio. Euro sowie Investitionen von 200 bis 280 Mio. Euro.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Zalando liefert im dritten Quartal solide Zahlen ab und zeigt, dass die Ökosystem-Strategie Früchte trägt. Die About-You-Integration verlief erfolgreich und erweitert die Kundenbasis auf 61 Millionen aktive Nutzer. Das B2B-Geschäft wächst mit 15,6 Prozent dynamisch.

Die DFB-Partnerschaft ist strategisch sinnvoll für den wachsenden Sportmarkt, belastet aber kurzfristig die Profitabilität. Das organische Wachstum von 6,7 Prozent (Pro-forma-Bruttowarenvolumen) ist solide, aber das herausfordernde Konsumumfeld bleibt ein Risikofaktor. Das vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft wird entscheidend.

Für Anleger bietet die Aktie nach dem Kursrückgang um 25 Prozent Einstiegspotenzial. Die Bewertung ist attraktiver geworden. Fakt ist aber auch: In den vergangenen zehn Jahren büßte die Zalando-Aktie fast 27 Prozent ein, im Schnitt ein Minus von 2,5 Prozent jährlich. Aus 10.000 Euro wären bis heute nur 7.325 Euro geworden. Hinzu kommt: Seit Anfang Juni befindet sich das Papier in einem klaren Abwärtstrend, der Abstand zur 200-Tage-Linie liegt bei minus 23 Prozent.