In den Augen der Marktteilnehmer macht Palo Alto Networks (WKN: A1JZ0Q / ISIN: US6974351057) vieles richtig und wartet zudem mit starken mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten auf. In einem Punkt kann es der Cybersecurity-Spezialist Investoren derzeit aber nicht recht machen.
Starke Zahlen
Palo Alto konnte über den Markterwartungen liegende Ergebnisse zum ersten Quartal (Ende Oktober) 2025/26 abliefern. Auch bei den Prognosen wurden die Marktteilnehmer überzeugt. Für das laufende zweite Quartal werden Umsatzerlöse in Höhe von 2,57 bis 2,59 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt, während das EPS bei 93 bis 95 Cents liegen soll.
Im ersten Quartal lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 93 Cents, gegenüber Konsensschätzungen von 90 Cents. Mit Blick auf die operativen Margen, die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) und die wiederkehrenden Erlöse aus Cloud- und KI-basierten Diensten (Next-Generation Security ARR) konnte Palo Alto ebenfalls abliefern.
Neben den positiv ausgefallenen Ergebnissen überzeugt Palo Alto auch mit den Wachstumsaussichten. Im Zuge der Digitalisierung steigt der Bedarf im Bereich Cybersecurity. Außerdem hatten sich Anleger zuletzt immer mehr mit der neuen Plattformstrategie arrangiert. Allerdings schmeckt ihnen die Einkaufstour des Managements gar nicht.

Palo Alto steigt in den Observability-Markt ein
Palo Alto Networks übernimmt Chronosphere, eine Observability-Plattform der nächsten Generation für KI-Rechenzentren. Diese Übernahme soll Palo Alto in die Lage versetzen, Unternehmen noch besser dabei zu unterstützen, sich in einer Welt zurechtzufinden, in der moderne Anwendungen und KI-Workloads eine einheitliche Daten- und Sicherheitsgrundlage erfordern.
Das Management argumentiert, dass das Wachstum dieser Anwendungen und Workloads eine konstante Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit erfordere, sodass eine Echtzeit-Observability, die jederzeit verfügbar sei, für den Erfolg von entscheidender Bedeutung wäre. Dabei hatte Palo Alto vor nicht allzu langer Zeit mit der CyberArk-Übernahme für Aufsehen gesorgt.
Palo Alto Networks als „Top-Idee“
Auf Analystenseite wurde der jüngste Newsflow unterschiedlich bewertet. Rob Owens, Analyst bei Piper Sandler, hat das Kursziel für Palo Alto Networks von 225,00 auf 230,00 US-Dollar angehoben und das „Overweight“-Rating bestätigt.
Da die Ergebnisse des ersten Quartals die obere Grenze der Prognose übertroffen hätten, richtete sich die gesamte Aufmerksamkeit laut Analysteneinschätzung auf die angekündigte Übernahme von Chronosphere für 3,4 Mrd. US-Dollar, wodurch Palo Alto in den Markt für Observability eintreten würde.
Daten würden laut Owens eindeutig zu einem kritischen Vermögenswert, und die Fähigkeit, Echtzeit-Transparenz zu bieten, sei der Schlüssel zu einer umfassenderen Cyber-Strategie. Er glaubt, dass das Unternehmen von breiteren Konsolidierungstrends profitieren wird. Palo Alto ist weiterhin eine „Top-Idee“ in der Coverage bei Piper Sandler.
Wachstum bereits eingepreist?
UBS-Analyst Roger Boyd senkt dagegen das Kursziel für Palo Alto von 230 auf 220 US-Dollar und behält seine „Neutral“-Bewertung der Aktie bei. Die Ergebnisse von Palo Alto für das erste Quartal seien solide gewesen, mit starken wiederkehrenden Jahresumsätzen, RPOs und Free Cashflow, die leicht durch schwächere Dienstleistungsumsätze und eine gemischte Anpassung für das Geschäftsjahr 2026 ausgeglichen worden seien.
Die Prognose deutet laut Boyd weiterhin auf eine erneute Beschleunigung im Dienstleistungsbereich in der zweiten Jahreshälfte hin, und die geplante Übernahme von Chronosphere sowie CyberArk und neue Funktionen unterstützen ein deutlich höheres langfristiges Ziel bei den wiederkehrenden Umsätzen für Sicherheitslösungen der nächsten Generation.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Wenn ein Unternehmen wie Palo Alto Networks teure Übernahmen tätigt, stellt sich immer die Frage, ob dies aufgrund eines anderweitig zu geringen Wachstumspotenzials geschieht. Allerdings ist dieses angesichts der voranschreitenden Digitalisierung und des zunehmenden Bedarfs an Cybersecurity-Lösungen weiterhin vorhanden.
Neben Palo Alto Networks rechnen sich viele andere Branchenvertreter einiges an Wachstumspotenzial im Internetsicherheitsbereich aus. Aus diesem Grund dürfte ein Blick auf das Indexzertifikat auf den Cybersecurity Index (WKN: DA0AB8 / ISIN: DE000DA0AB89) interessant und lohnenswert sein.










