Bei Siemens-Aktie (WKN: 723610 / ISIN: DE0007236101) würde man sich wünschen, dass sich die wirtschaftliche Lage bessert. Trotz der konjunkturellen Herausforderungen schafft es der Industrie- und Technologiekonzern dank der Konzentration auf Zukunftsfelder, eine starke Performance abzuliefern. Die Aussichten sind ebenfalls optimistisch.
Abschied von Siemens Healthineers
Siemens bleibt weiterhin die klare Nummer zwei in Sachen DAX-Marktkapitalisierung hinter dem Softwarekonzern SAP. In Sachen Kursperformance seit Anfang 2025 ist das Unternehmen allerdings eher im Mittelfeld zu finden. Mit einem Kursplus von rund 18 Prozent liegt die Performance in etwa auf dem Niveau des DAX als Ganzes. Angesichts der schwierigen Konjunktur kann sich diese Leistung jedoch sehen lassen, zumal auch die jüngsten Geschäftsergebnisse und Aussichten einiges für die Zukunft versprechen.
Im Geschäftsjahr 2025 (Ende September) konnte das Unternehmen nun schon zum dritten Mal in Folge einen Rekord beim Gewinn nach Steuern erzielen. Sowohl beim Auftragseingang als auch bei den Umsatzerlösen konnte man im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, während im Rahmen des „ONE Tech Company“-Programms die nächste Wachstumsphase gestartet werden soll. Teil davon ist beispielsweise die mittelfristige Ambition für ein Umsatzerlöswachstum von 6 bis 9 Prozent. Für das laufende Jahr wird mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent gerechnet.

Bereinigt um Stromlieferverträge soll das Ergebnis je Aktie in den kommenden Jahren im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 (Ende September) soll dies einem Wert zwischen 10,40 und 11,00 Euro entsprechen. Ein Thema, das Anleger mit Blick auf die Zukunft derzeit besonders beschäftigt, ist die geplante Entkonsolidierung von Siemens Healthineers (WKN: SHL100 / ISIN: DE000SHL1006). Gleichzeitig soll der Umsatz im Digitalgeschäft verdoppelt werden.
Siemens setzt auf Wachstumsbereiche
Bis zuletzt hatte Siemens rund 67 Prozent der Anteile am Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers gehalten. 30 Prozent der Anteile sollen an die eigenen Aktionäre gehen, sodass man auf diese Weise die Mehrheit abgeben würde, während es sich mittelfristig bei Siemens Healthineers lediglich um eine Finanzbeteiligung handeln soll. Das Siemens-Management rechnet sich dadurch unter anderem eine reduzierte Komplexität, vereinfachte Governance und einen höheren Anteil am schnell wachsenden Digitalgeschäft aus.
Die Konzentration solle noch stärker Wachstumstreibern wie der Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung, Nachhaltigkeit und Künstlichen Intelligenz gelten. Für Siemens ist die Rechnung ganz einfach: Die adressierten Märkte von Siemens werden laut Schätzungen von Konzernseite mit etwa 6 Prozent jährlich wachsen und in fünf Jahren eine Gesamtmarktgröße von 650 Mrd. Euro erreichen. Der darin enthaltene Digitalmarkt wachse schneller, um 11 Prozent auf 175 Mrd. Euro. Entsprechend nahe liegt es, sich stärker auf diese Bereiche zu fokussieren.
Rosige Aussichten für Siemens?
Auf Analystenseite zeigte man sich zuletzt in Bezug auf die Aussichten für Siemens optimistisch, während die Ergebnisse angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der sie erzielt wurden, weitgehend positiv bewertet wurden. Goldman-Sachs-Analystin Daniela Costa hatte zwar aufgrund des schwächeren vierten Quartals ihre Schätzungen gesenkt, bezeichnet aber die Prognosen für Q1 2025/26, das laufende Gesamtjahr und die mittelfristigen Ziele als „konservativ“.
Jefferies-Analyst Rizk Maidi schätzt wiederum die Chancen, die sich aus einer Anteilsreduzierung bei Siemens Healthineers ergeben. Siemens würde den Weg für einen fokussierten Industriekonzern mit einer einzigartigen KI-Industrieplattform ebnen. Auch Maidi rechnet damit, dass Siemens die mittelfristigen Ziele für das Umsatzwachstum übertreffen sollte, wobei auch er die kurzfristigen Ziele aufgrund der derzeitigen Belastungen im Hinblick auf die Wechselkurse oder die Kosten für die Integration von Zukäufen gesenkt hatte.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Siemens kann sich trotz schwieriger Marktbedingungen weiterhin sehr gut behaupten und dank der noch stärkeren Fokussierung auf Wachstumsbereiche wie das Digitalgeschäft Anlegern für die Zukunft einiges versprechen.









