Nach der Finanz- und Eurokrise sowie vielen Jahren mit niedrigen EZB-Leitzinsen herrscht seit einiger Zeit ein neues Selbstbewusstsein im europäischen Bankensektor. Dafür steht insbesondere die spanische Branchengröße Banco Santander (WKN: 858872 / ISIN: ES0113900J37).
Neue Rekorde für Banco Santander
Die Branchenvertreter hoffen beispielsweise, dass eine mögliche Konsolidierung sowie vereinfachte Regulierungen für einen Schub sorgen. Besonders euphorisch scheint der Markt auf die Übernahmespekulationen rund um die Commerzbank durch die italienische UniCredit zu reagieren. Auch das spanische Institut Banco Santander ist dank Einsparungen und eines starken Wachstumskurses weit vorangeschritten.
Santander erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 einen den Anteilseignern zurechenbaren Gewinn von 10,34 Mrd. Euro, was einem Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die in der Branche vielbeachtete Kennzahl RoTE (Return on Tangible Equity) erreichte einen Wert von 16,1 Prozent, während die CET1-Kernkapitalquote mit 13,1 Prozent einen neuen Rekordwert markierte.
Das Management freute sich auch darüber, dass der Gesamtkundenstamm zuletzt 178 Millionen erreichte, nachdem in den vergangenen zwölf Monaten mehr als sieben Millionen Neukunden hinzugekommen waren. Die starken Ergebnisse wurden zudem durch eine gute Entwicklung des Nettozinsertrags, Rekordwerte bei den Provisionserträgen und weitere Effizienzsteigerungen bei gleichzeitig anhaltender Verbesserung der Kreditqualität getragen.
Santander denkt an die Anteilseigner
Die starke Performance der Banco Santander hat sich auch an den Aktienmärkten herumgesprochen. Die Aktie der Bank aus Madrid hat seit Anfang 2025 mehr als 100 Prozent an Wert zugelegt. So schaffte es Santander zwischenzeitlich, in Sachen Marktkapitalisierung die UBS zu überholen und zur wertvollsten Bank Kontinentaleuropas aufzusteigen. Zuletzt lag die Marktkapitalisierung bei etwa 134 Mrd. Euro.
Diese könnte weiter ansteigen. So will man Anteilseigner mit weiteren Ausschüttungen erfreuen. Die Bank bekräftigte ihre Ziele für 2025 und rechnet damit, aus den Gewinnen der Jahre 2025 und 2026 sowie aus überschüssigem Kapital mindestens 10 Mrd. Euro für Aktienrückkäufe bereitzustellen. Hinzu kam im November eine Zwischendividende in Höhe von 11,5 Cent je Aktie. Ähnlich wie viele andere Institute aus Europa, siehe UBS, muss auch Santander mit Gegenwind in den USA rechnen.
UBS-Analyst Ignacio Cerezo beschwichtigt in dieser Hinsicht jedoch etwas. Daher hatte er jüngst das Kursziel für die Santander-Aktie von 10,10 Euro bestätigt. Auch das „Buy“-Rating wurde beibehalten. Der Analyst rechnet in den USA bis 2028 mit einem begrenzten Nettogewinnanstieg. Er ist jedoch zuversichtlich, dass ein größeres Abwärtsszenario nicht eintreten wird.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Die Aktie der Banco Santander hat sich in diesem Jahr stark entwickelt. Mit der Aussicht auf eine Konsolidierung im europäischen Bankensektor, einer möglichen Konjunkturerholung und den Hoffnungen auf vereinfachte Regulierungen könnte die Aktie des Instituts aus Madrid noch mehr Luft nach oben haben.








