Der Kampf um Hollywood

Eine Ära endet: Warner Bros., das legendäre Hollywood-Studio hinter „Casablanca“, „Batman“ und „Harry Potter“, steht vor dem Aus in seiner bisherigen Form. Netflix und Paramount liefern sich einen Milliardenpoker – mit Folgen für die gesamte Streaming-Landschaft.

(Bildquelle: unsplash / Jake Blucker)

In Hollywood deutet sich derzeit das Ende einer Ära an. Durch eine der größten Übernahmen der Filmgeschichte wird das seit 1923 bestehende Major-Studio Warner Bros. wohl in seiner bisherigen Form verschwinden. Aktuell buhlen der Streaming-Riese Netflix und der ewige Konkurrent Paramount um die Gunst der Aktionäre.

Mythos Hollywood

Ein Blick zurück verdeutlicht, was hier eigentlich gerade verkauft wird: Warner Bros. brachte 1927 mit „The Jazz Singer“ den ersten kommerziell erfolgreichen Tonfilm auf den Markt – und beendete damit die Ära des Stummfilms. Mit der Förderung von Schauspielern wie Humphrey Bogart („Casablanca“) oder Errol Flynn („Robin Hood“) zu Leinwandlegenden schuf Warner Bros. seinen eigenen Mythos.

Gangsterfilme, Film-noir-Streifen oder später Trickfilmfiguren wie Bugs Bunny wurden zum Markenzeichen des Studios. Es folgten Kultfilme wie „A Clockwork Orange“, „Full Metal Jacket“ oder „Der Exorzist“. Der große kommerzielle Erfolg kam mit Reihen wie „Harry Potter“, „Batman“ oder „Matrix“. Auch das gesamte DC-Universum gehört zu Warner Bros.

Disney+ ist ein erfolgreicher Streaming-Konkurrent von Netflix. (Bildquelle: unsplash / Marques Kaspbrak)

Streaming-Anbieter sichern sich Kinoschätze

Nun wird sich entscheiden, zu wem das vielleicht wichtigste Filmstudio der Geschichte künftig gehören wird. Nachdem sich die Streaming-Giganten Amazon mit Metro-Goldwyn-Mayer und Disney mit 20th Century Fox bereits bedeutende Filmschätze einverleibt haben, versucht nun auch Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061), ein solches Erbe in Form einer Übernahme von Warner Bros. Discovery (WKN: A3DJQZ / ISIN: US9344231041) zu sichern. Noch hält David Ellison, Sohn des Oracle-Co-Gründers Larry Ellison, mit seinem Medienkonzern Paramount Skydance (WKN: A412AL / ISIN: US69932A2042) dagegen. Der Ausgang ist offen.

Das marktEINBLICKE-Fazit:

Egal, wer den Multi-Milliarden-Übernahmekampf gewinnt: Die Konzentration im Streaming-Geschäft wird weiter zunehmen. Entweder wird Netflix noch mächtiger – oder Paramount dreht mit Warner Bros. und den dazugehörigen HBO-Kanälen ein noch größeres Rad. Für Anleger wird das allerdings nicht zwingend attraktiver. Zwar sorgen Preiserhöhungen weiterhin für stabiles Ertragswachstum, doch irgendwann ist auch dieses Potenzial ausgereizt.