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Bisher war der Dezember alles andere als erbaulich. Die Belastungen wie Handelskonflikt  Brexit-Italien und die lodernden Konjunktur-Ängste forderten ihren Tribut. Dann war auch noch eine angeblich inverse Zinskurve (langlaufende Anleihen rentieren niedriger als kurzlaufende) in den USA ein Thema. Dazu ist zu sagen: Diese war nur bei 5- zu 2-jährigen Anleihen der Fall, der Rest der Kurve ist nicht invers. Zudem gibt es meist noch einen langen Vorlauf zwischen inverser Zinskurve und Beginn einer Rezession. In der Zwischenzeit laufen Aktien dann gar nicht so schlecht.

Die Statistik zeigt übrigens eine gute Erholungschance für die nächsten 4 Wochen an. Die Historie der Wall Street seit 1928 zeigt an: Nach einem 4 % Rückgang im Dezember notierte der S&P 500 in 81 % der Fälle einen Monat später höher. Im Median lag der Gewinn bei 3,2 %. Nimmt man nur die Signale ab 1950, dann liegt Trefferquote bei 90 % (Verluste waren zudem gering) und im Median wurde ein Anstieg von 4,1 % nach einem Monat registriert.

Auch die Stimmung liegt nun auf einem solch gedrückten Niveau, dass das Restrisiko für die nächsten 4 bis 6 Wochen wohl überschaubar ist.  Der von AAII gemessene Optimismus der Privatanleger liegt mit nun 20,9 % auf dem niedrigsten Niveau des Jahres. Auch die Trader schon sehr short eingestellt. Der  von Mark Hulbert  für den Nasdaq 100 steht der entwickelte HNNSI liegt bei minus 55,4 %. Zur Einordnung: In 92 % aller täglichen Werte seit 2000 stand der HNNSI höher als aktuell. Der Wert für den S&P 500 notiert aktuell tiefer als an 98 % aller Tage seit 2000. Das alles ist natürlich keine Indikation für einen sofortigen Anstieg, macht aber den allgemeinen Pessimismus deutlich und lässt Raum für eine überraschende Short Squeeze-Rally, die auch bis über den Jahreswechsel hinein laufen kann.

Fazit: Zwar sehe ich für 2019 aufgrund mangelnder Liquidität (gestiegener Zins, fehlende Asset-Käufe der Notenbanken, weniger Aktienrückkäufe) Problem für die Aktienmärkte, selbst bei stabiler Konjunktur,  aber  Bären, Skeptiker und noch stark investierte Optimisten können ihre Verkäufe noch ein paar Wochen hinauszögern. Mindestens ist eine stabile Phase bin in den Januar hinein zu erwarten. Last but not least: Verläuft diese nur mühsam seitwärts, wäre dies für das 1. Quartal ein extrem ungünstiges Vorzeichen.

HaackEin Gastkommentar von Hans-Jürgen Haack

Er ist studierter Wirtschaftswissenschaftler und verfügt über 30 Jahre Börsenerfahrung. Er war von 1989 bis inkl. 2010 bei der Firma Bernecker als Derivatespezialist angestellt und dort u.a. für die Derivate-Briefe „AB-Tradings“ und „Die Termin-Börse“ verantwortlich.

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