Kreuzfahrtwerte hatten sich lange Zeit immun gegen die Auswirkungen der Inflation, der Konjunktur oder der geopolitischen Unsicherheiten auf die Tourismusbranche gezeigt. Jüngst schlugen jedoch auch hier die Risiken durch. Allerdings können sich einige Branchenvertreter immer noch besser als andere behaupten. Wie so häufig sind dabei das höherpreisige Segment sowie eine geografische Differenzierung in Krisenzeiten Trumpf.
Viking ist stark aufgestellt
Zu den Vertretern dieses Segments gehört unter anderem Viking Holdings (WKN: A40ANH / ISIN: BMG93A5A1010). Die Aktie der Kreuzfahrtgesellschaft hat seit Anfang 2025 trotz der schwierigen Marktbedingungen mehr als 50 Prozent an Wert zugelegt. Lizzie Dove, Analystin bei Goldman Sachs, sieht sogar weiteres Potenzial. Aus ihrer Sicht dürfte dieses derzeit bei rund 17 Prozent liegen.
Daher hat sie die Aktie von Viking Holdings von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft. Das Kursziel steigt zudem von 66,00 auf 78,00 US-Dollar. Dove sagt, dass die Bewertung nach den jüngsten Kurssprüngen zwar teuer erscheinen könnte, aber angesichts des Wachstums und der deutlich höheren Kapitalrendite im Branchenvergleich „mehr als gerechtfertigt“ sei.
In einer Welt, in der Unsicherheit in Bezug auf Kreuzfahrten und die Verbraucher im Allgemeinen herrscht, haben aus Analystensicht die Vorteile der differenzierten geografischen Präsenz und der einkommensstärkeren Zielgruppe von Viking Holdings den unruhigeren allgemeinen Kreuzfahrttrend ausgeglichen. Dies habe sich in den vergangenen Monaten deutlich gezeigt – mit einer erfreulichen Beschleunigung der Preiskurve für 2026.

Abwarten bei Royal Caribbean
Im Fall einiger Branchenkonkurrenten ist Dove weniger optimistisch. Bei Norwegian Cruise Line Holdings (WKN: A1KBL8 / ISIN: BMG667211046) erfolgt eine Herabstufung von „Buy“ auf „Neutral“, während das Kursziel von 23,00 auf 21,00 US-Dollar gesenkt wird. Die Analystin sieht für 2026 ein weniger günstiges Risiko-Ertrags-Verhältnis angesichts der Angebots- und Nachfragesituation in der Karibik und der „überproportionalen Präsenz“ von Norwegian in diesem Markt. Norwegians erhebliche Kapazitäten in der Karibik, die weit über dem Branchenwachstum liegen, stellen aus Analystensicht ein Abwärtsrisiko für die Konsensschätzungen dar.
Bei Royal Caribbean (WKN: 886286 / ISIN: LR0008862868) sinkt das Kursziel hingegen von 334,00 auf 275,00 US-Dollar. Hier bleibt es jedoch bei der „Buy“-Einschätzung. Die Analystin betrachtet 2026 als Übergangsjahr für den Branchenführer. Die Präsenz des Unternehmens in der Karibik und die Gegenwinde in der ersten Jahreshälfte werden den Nettogewinn laut Analystenmeinung kurzfristig unter Druck setzen, und eine „bedeutende Sprungfunktion“ beim Nettogewinnwachstum werde erst 2027 mit dem neuen privaten Kreuzfahrtziel „Perfect Day Mexico“ erfolgen.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Während auch Kreuzfahrtunternehmen die Inflation, die schwierige Konjunktur oder die geopolitischen Risiken zu spüren bekommen, können sich einige Branchenvertreter aufgrund der Besonderheiten ihres Geschäfts besser als andere aus der Affäre ziehen.
Anleger, die gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von Viking Holdings setzen wollen, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MK9NMX / ISIN: DE000MK9NMX2) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.








