Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Als ich begann, über den Inhalt dieses Market Mover Editorials nachzudenken, stellte ich mir (und den Kollegen in der Redaktion) zuallererst folgende Frage: Machen wir es lang oder kurz? Beim Blick auf den Kalender kam die Antwort beinahe von selbst, denn dies ist ja quasi die letzte reguläre Ausgabe, bevor das mit dem Feiertagsgedöns losgeht, mit den Rück- und Ausblicken undsoweiter, Sie wissen schon. Ist ja auch eine schöne Sache, so zwischen Weihnachtsgans und Feuerzangenbowle. Vorher aber, und das kennen Sie sicher aus eigener, manchmal leidvoller Erfahrung, ist von Besinnlichkeit und Muße kaum etwas zu spüren. Deshalb haben wir uns auch für die kurze Variante entschieden, wir wollen Sie so kurz vor Schluss bzw. vor dem Fest nicht unnötig aufhalten. Gibt ja auch nichts wirklich Neues zu berichten: Die Märkte sind weiterhin in einem unangenehmen Klammergriff gefangen, dessen Finger aus den Themen Handelsstreit, politische Unsicherheiten, wachsende Konjunktursorgen, atypischer saisonaler Schwäche und steigender Volatilität bestehen. So legte beispielsweise der V-DAX NEW, der die erwartete Schwankungsbreite im DAX misst, in den vergangenen drei Monaten rund 42% zu. Im Klartext:

Tendenz fallend

Das mit der Jahresendrallye könnte heuer, wie man im Bairischen so schön sagt, echt eng werden. Beziehungsweise gleich ganz ins Wasser fallen. Das Aufbäumen, das die Indizes zum Wochenstart gezeigt haben, war zwar durchaus erfreulich, hatte aber wenig Substanz. Schließlich war die Sause am Donnerstag auch schon wieder vorbei, was nicht allein am EZB-Leitzinsentscheid gelegen haben dürfte. Der fiel ohnehin erwartbar aus, und das Ende der Anleihekäufe zum 31. Dezember ist ebenfalls keine Meldung, die bei den Anlegern den nächsten Kaufrausch auslöst. Was da also bleibt, ist der Rest einer reichlich vagen Hoffnung, dass in der letzten vollständigen Handelswoche des Börsenjahres 2018 doch noch so etwas wie ein versöhnlicher Abschluss zustande kommt. Wobei wir ja mittlerweile schon mit einer Rückeroberung der 11.000er-Marke und/oder der Schließung des Gaps aus der Vorwoche (da reden wir von einem Kursniveau von 11.177) zufrieden wären, Hauptsache kein neues Jahrestief. Soweit ist es also gekommen. Lachen Sie bitte nicht, der Blick auf die Anzeigetafel zeigt schließlich, dass es schon wieder abwärts geht. Und unter solchen Umständen kann eine Handelswoche, selbst wenn es die vor Weihnachten ist, verdammt lang werden!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

Prime Quants verfasst und veröffentlicht Finanzpublikationen für institutionelle und private Anleger, die ihre Börsengeschäfte selbst in die Hand nehmen möchten. Das angebotene Spektrum erstreckt sich von kostenfreien Markt- und Einzelwertanalysen über komplexe Research-Studien bis hin zu täglichen Prognosen und realen Trades. Weitere Informationen unter www.prime-quants.de. Dort erhalten Sie auch den kostenlosen Newsletter Market Mover.

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Bildquellen: Prime Quants / Pressefoto Deutsche Börse AG

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