Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Die Konjunktursorgen erhielten heute neue Nahrung durch eine Gewinnwarnung des britischen Online-Modehändlers Asos, der erst sein deutsches Pendant Zalando, dann die gesamte Einzelhandelsbranche und am Ende den gesamten Aktienmarkt mit nach unten riss.

Dass die Zalando-Aktie trotz Bekräftigung ihrer Zahlen ihre Verluste nicht wirklich signifikant verringern konnte, sagt viel über die Anlegerstimmung aus. Die Anleger sind vor den Feiertagen einfach nicht mehr bereit, neue Engagements einzugehen, egal wie billig Aktien werden. Wenn man heute die Kurse einiger Substanzaktien mit Wert vor einem Jahr vergleicht, erscheinen viele von ihnen günstig. Geht man aber von einem mehrjährigen Bärenmarkt aus, so wären auch die jetzigen Kurse noch teuer.

Raus aus dem Risiko, Zurückhaltung heißt deshalb das Gebot der Stunde. Das Umfeld bestehend aus Brexit-Chaos, Sorgen um die finanzielle Zukunft Italiens und dem schwelenden Handelskrieg macht alles andere als Lust auf Aktien. Und über allem thront die Angst vor einer Rezession und damit sinkenden Unternehmensgewinnen, die mit jeder weiteren Gewinnwarnung neue Nahrung erhält.

Die große Überraschung könnte in dieser Woche aus Washington kommen, wenn die US-Notenbank in dieser Woche nicht an der Zinsschraube dreht. Das wäre die nötige Unterstützung für eine Jahresendrally in allerletzter Sekunde. Auch gerade deshalb, weil am Markt keiner damit rechnet. Die für eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte veranschlagte Wahrscheinlichkeit liegt aktuell bei gut 78 Prozent.

Jochen Stanzl

Ein Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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Bildquellen: CMC Markets / Pressefoto Deutsche Börse AG

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