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Liebe Leserinnen,

die Reihe „Selbst ist die Frau: Auch in Sachen Finanzen“ geht weiter. Dabei befassen wir uns heute mit dem Begriff Strategie: der ausgeklügelte Plan, um seine selbstgesteckten Ziele zu erreichen, im Einklang mit eigener Lebensanschauung, Lebenssituation und persönlichen Vermögensverhältnissen, über die andere Personen vermutlich keine oder nur begrenzte Kenntnisse haben. Oft wühlt sich der Mensch auf der Suche nach Informationen oder Hilfestellungen durch Beiträge in online-Portalen, Foren oder Blogs, in der Hoffnung, an diesen Orten konkrete Ratschläge oder vielleicht sogar Pauschalllösungen vorzufinden. Von mir bekommen Sie in dieser Beitragsreihe nur Möglichkeiten und Gedanken aufgezeigt zur eigenen Beurteilung, Weiterrecherche und Entscheidungsfindung, da ich anderes als unseriös erachten würde.

Nehmen wir die Aktie als Beispiel. Ziel des Kaufes dürfte sein, mit einer ausgewählten Aktie Gewinne zu erwirtschaften. Man kauft also Anteile an einem Unternehmen und damit soll das eingesetzte Kapital vermehrt werden, das ist wahrscheinlich der Grundgedanke oder die Motivation des Käufers. Zum Thema Börse und Aktien ist wenigstens ein Grundwissen dringend erforderlich. Im Gegensatz zu Anlageprodukten mit festem Zinssatz und fester Laufzeit unterliegen börsennotierte Produkte Kursschwankungen. Handelbare Aktien sind an Börsenplatzen gelistet und es werden Kurse gestellt.

Mögliche Strategien bzw. Überlegungen wären aus meiner heutigen Sicht:
Abwarten, im Cash bleiben und erst in den Markt einsteigen, wenn die Kurse niedrig sind, beispielsweise nach einem Crash. Teil 6 enthält einen Langzeit-Chart des Dax. Nach dem Beben, der Angst und Panik im Zuge der eingetretenen Finanzkrise ist der Dax in den Folgejahren wieder gestiegen. Das war allerdings in der Vergangenheit. Wer kann mit Sicherheit sagen, was künftig sein wird und ob sich alte Muster wiederholen werden? Die Welt steht nicht still.

Aktien mit Wachstumspotential kaufen. Wahrscheinlichkeiten, Chancen, Risiken abwägen. Welche Branchen dürften boomen, welche befinden sich auf dem absteigenden Ast?

Mit Long- und Short Produkten arbeiten, mit dem Markt mitschwimmen, beispielsweise sich bei überkauften Titeln auf der Verkäuferseite bewegen oder dem Trend der Indizes folgen.

Bei Rücksetzern sich seine Favoriten kaufen (buy the dip), wenn beispielsweise der Gesamtmarkt kurzweilig gewackelt hat. Oder Kaufen sobald Kaufdruck reinkommt in die Aktie, zum Beispiel aufgrund Unternehmensnachrichten oder Charttechnischer Lage.

Kaufen in mehreren Tranchen, damit noch Geld vorhanden ist für Nachkäufe falls nötig (Kursrutsch) oder zur Bestandserhöhung (Kurstendenz steigend, Short-Squeeze).

Beim Einsatz von Stop-Loss-Aufträgen berücksichtigen, dass man hier ggf. mit Verlust rausgespült werden kann wenn die Abwärtsspirale zieht, und der Kurs wenig später wieder dort steht wo er war.

„Absacker-Orders“ auf Verdacht platzieren um Aktien günstiger aufzufischen bei kurzweiligen Abstürzen, oder auf den fahrenden Zug nach Norden mit aufspringen wenn die Aktie losrennt.

Strategie des Kaufen und Halten?
Ausgangslage: Der deutsche Leitindex Dax bröckelt. Bis ca. 13.800 Punkte hatte er es geschafft letztes Jahr, derzeit steht er unter 11.000 Punkten. Das bedeutet: die Rally ist erstmal vorbei oder zumindest unterbrochen. Die Preise von Kryptowährungen sind gefallen, Gold- und Silberpreise haben immer noch keinen Fahrtwind aufgenommen.

Man kann natürlich eine Aktie kaufen und einfach liegen lassen, sich nicht drum kümmern. Dieses im festen Glauben und voller Hoffnung, in ein paar Jahren wird man damit sicher eine schöne Rendite eingefahren haben, denn schließlich hat man hier und da vielleicht davon gelesen. Das wäre der Optimalfall, und vielleicht neben Kursgewinnen sogar noch eine attraktive Dividende pro Jahr dazu. Damit hätte sich auf lange Sicht das Investment gelohnt. Aber falls dem nicht so ist?

Sicherlich, jeder Kauf und Verkauf aus dem Depot rein oder raus kostet Geld, sagen wir mal zwischen 5 und 15 Euro Gebühren. Was ist besser: lieber die Gebühren bezahlen und lohnenswerte Gewinne zügig abrechnen auf das Verrechnungskonto bevor diese wieder schrumpfen oder man mit der Aktienposition womöglich noch ins Minus läuft, und wenn´s schlecht läuft man dann möglicherweise auf Jahre in dieser Aktie festhängt und nichts bleibt als die Hoffnung auf Erholung? Oder aussteigen und dann diese Aktie eventuell später wieder zu tieferen Kursen zurückkaufen (Ausparken und an der Seitenlinie warten) oder sein Glück bei einer anderen aussichtsreichen Aktie suchen?

Ein Risiko wäre, die Aktie bedingungslos zu halten oder Verluste nachhaltig laufen zu lassen: der Kurs sinkt, und sinkt, und am Schluss führt das ganze vielleicht sogar noch zum Totalverlust, weil z.B. das Unternehmen pleite ist. Man hat es nicht rechtzeitig mitbekommen, weil man eben strikt die Strategie Kaufen und Halten gelebt hat.

Der Zeitfaktor: 15 Jahre, das ist eine lange Zeit, in der viel im Leben eines Menschen passieren kann. Wer will seine Aktie sagen wir über einen Zeitraum über 10 Jahren konsequent im Depot behalten, besonders wenn diese sich als unrentabel erweist, sei es durch fundamentale Gegebenheiten, allgemeine Marktlage oder ein durchgelaufener Hype? Eine Aktienposition im Depot längere Zeit im Minus mitzuschleppen und die Sache quasi auszusitzen, das ist natürlich auch eine Strategie. Treue Aktionäre sind sicherlich auch eine Freude für jede Aktiengesellschaft. Ob dabei aber nicht ab und zu Gedanken aufkommen beim Anleger, es wäre vielleicht doch besser gewesen bei negativen Signalen zu verkaufen und sich erstmal neu zu orientieren mit dem Restgeld? Eine Strategie kann auch sein, mit dem zur Verfügung stehenden Geld zu Arbeiten an der Börse. Wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit eine Aktie zu erwischen, die einen perfekten Chart hinlegt über einen Zeitraum von 10 Jahren?

Für die Psyche: Den perfekten Ein- und Ausstiegszeitpunkt dürfte ein Kleinanleger nicht immer finden. Mit Verlust abrechnen tut weh. Gewinne auf dem Konto tun gut.

Sparen und richtig (Haus)Wirtschaften
Der heutige Tipp lautet: Augen auf beim Aktienkauf!
Wie schon zuvor sei noch erwähnt: diese Beitragsreihe stellt keine Anlageberatung oder Handelsaufforderung dar, sondern es werden nur Anregungen zum Thema Geld und Sparen bereitgestellt für interessierte Leser und Leserinnen. Jeder denkt und handelt für sich selbst.

Teil 10 zum Abschluss der Beitragsreihe folgt…

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