Kürzlich stand ich im Ludwigsburger Breuningerland vor einem Geschenkpapier-Regal. Zwischen glitzernden Rentieren und Schneemännern fiel mein Blick auf ein Preisschild: 4,95 Euro für drei Meter Papier, das (spätestens) am 25. Dezember um 9 Uhr morgens in Fetzen auf dem Boden liegt. Da dachte ich: Geldanlage und Weihnachten haben mehr gemeinsam, als man denkt.
Beide erfordern Geduld, beide belohnen Planung, und bei beiden verliert man leicht den Überblick, wenn man nicht aufpasst. Der einzige Unterschied: Das Geschenkpapier landet im Müll, ein gut strukturiertes Depot nicht.
Die Sache mit der Erwartungshaltung
Erinnern Sie sich noch an Weihnachten als Kind? Diese Vorfreude, diese Aufregung, diese Ungeduld! Jeden Tag wurde der Adventskalender inspiziert, als könnte sich hinter Türchen Nummer 17 das iPhone verstecken. Spoiler: Es war Schokolade. Meistens billige.
An der Börse ist es ähnlich. Viele öffnen morgens das Online-Depot wie ein Kind den Adventskalender und hoffen auf das große Geschenk: Plus zehn Prozent über Nacht, bitte! Stattdessen gibt es mal plus 0,3 Prozent, mal minus 0,7 Prozent. Schokolade eben. Und genau wie beim Adventskalender gilt: Das große Geschenk kommt nicht jeden Tag, sondern am Ende – wenn man durchhält.
Der Wunschzettel-Fehler
Meine beiden Töchter haben wie sie noch klein waren jedes Jahr einen Wunschzettel geschrieben, der gefühlt länger war als die Einkaufsliste meiner Großmutter vor Heiligabend 1987. Nintendo Switch, Klamotten von dieser einen Marke, ein Pferd (ja, wirklich), und natürlich „Weltfrieden“ ganz am Ende, damit es nicht zu materialistisch wirkt.
Anleger machen das genauso. Der Portfolio-Wunschzettel: Tesla, weil Elon. Nvidia, wegen KI. Bitcoin, weil der Nachbar damit reich geworden sein soll. Vielleicht noch Rüstungsaktien, ethisch fragwürdig, aber renditeträchtig. Und am Ende, damit es seriös wirkt: „solide Dividendenwerte“.
Das Problem: Genau wie beim Wunschzettel erfüllen sich selten alle Träume gleichzeitig. Tesla fällt, während Nvidia steigt. Bitcoin crasht, während der Nachbar plötzlich sehr schweigsam wird. Was bleibt? Die soliden Dividendenwerte. Die langweiligen. Die Geschenke, über die man sich mit 40 mehr freut als mit 14 – wie gute Socken oder ein Jahresvorrat Kaffee.

Das Geschenk, das keiner will – aber alle brauchen
Seien wir ehrlich: Niemand freut sich über Unterwäsche unterm Weihnachtsbaum. Kein Kind reißt das Päckchen mit den Strümpfen zuerst auf. Aber ohne Socken? Kalte Füße. Im Januar bereut man jede Entscheidung.
Baustein-Aktien sind quasi die Socken der langfristigen Geldanlage. Gewiss nicht sexy, auch nicht aufregend, aber eben unverzichtbar. Während andere mit KI-Aktien zocken wie Kinder mit ferngesteuerten Autos (erst cool, nach zwei Wochen kaputtgegangen), sorgen Baustein-Aktien dafür, dass das Depot nicht friert. Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen, verlässlichen Dividenden, Bilanzen, die auch in Krisen Bestand haben.
Nestlé, Coca-Cola, Munich Re – das sind keine Highflyer, keine Raketen. Das sind aber die warmen Wollsocken Ihres Portfolios. Und genau wie bei Socken merkt man erst, wie wichtig sie sind, wenn man keine hat.
Die Weihnachts-Rally: Märchen oder Wahrheit?
Jedes Jahr die gleiche Geschichte: „Die Weihnachts-Rally kommt!“ Analysten, Fondsmanager, der Schwager beim Glühwein – alle sind sich einig. Und jedes Jahr? Passiert irgendwas. 2018 crashte der Markt im Dezember, der DAX erlebt den schwächsten Dezember seit 2020. Im Jahr 2020 lief er weiter. 2023 war okay. Die Weihnachts-Rally ist wie der Weihnachtsmann: eine nette Idee, aber verlassen sollte man sich nicht darauf.
Was funktioniert? Kontinuität. Jeden Monat etwas zur Seite legen, reinvestieren, durchziehen. Nicht auf das große Geschenk im Dezember warten, sondern das ganze Jahr über diszipliniert bleiben. Weihnachten ist schön, aber reich wird man nicht durch Weihnachten, sondern durch Januar, Februar, März – Sie verstehen.
Was Oma Alma schon immer wusste
Meine Großmutter Alma hatte eine Weisheit: „Zu Weihnachten gibt man, das ganze Jahr über spart man.“ Sie hatte drei Spardosen. Eine für Weihnachten, eine für Urlaub, eine für „Notfälle“ (meistens neue Vorhänge). Simpel, aber effektiv.
Übertragen auf die Geldanlage: Diversifikation. Ein Teil für Wachstum (die Geschenke), ein Teil für Stabilität (der Urlaub), ein Teil für Krisen (die Notfälle). Und in der Mitte? Baustein-Aktien. Die sind wie Omas Weihnachtsplätzchen: nicht revolutionär, aber jedes Jahr mega-gut. Und während andere mit Krypto-Spekulationen experimentieren wie mit veganen Zimtsternen (kann klappen, tut es meist nicht), backen Baustein-Aktien verlässlich ihre Rendite.
Das wahre Geschenk
Wissen Sie, was das beste Weihnachtsgeschenk ist? Zeit. Zeit mit der Familie, ohne Stress, ohne Geldsorgen. Und genau das ermöglicht ein solides Depot. Nicht der schnelle Gewinn, nicht die Zockerei, sondern die ruhige Gewissheit: Es läuft. Die Dividenden fließen, die Substanz stimmt, das Fundament trägt.
Baustein-Aktien sind das Geschenk, das man sich selbst macht und das über Jahre hinweg Freude bereitet. Nicht am 25. Dezember, sondern am 25. jeden Monats, wenn die Ausschüttung kommt. Das ist kein Feuerwerk, aber ein warmes Licht. Und manchmal ist genau das mehr wert als das zwölfte Paar Socken.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten, liebe Leser.
Mögen Ihre Depots stabil sein, Ihre Dividenden fließen und Ihre Geschenke unter dem Baum besser ausfallen als mein Geschenkpapier-Investment. Und falls Sie noch auf der Suche nach dem perfekten Geschenk sind: Schenken Sie sich selbst Gelassenheit – mit einem Portfolio, das auch im Januar noch funktioniert.
Es grüßt Sie herzlich – auch im Namen meines Co-Herausgebers Marc o. Schmidt und unserer Redaktion –
Ihr marktEINBLICKE-Herausgeber
Christoph A. Scherbaum
P.S. Die marktEINBLICKE-Redaktion ist mit unseren Newslettern wieder ab 5.1.2026 für Sie da.








