2026 bringt Chancen für Europas Unternehmen

Die Stärke des Euro hat die Exporteure belastet und einen Großteil der relativen Underperformance gegenüber den USA erklärt.

(Bildquelle: unsplash / Christian Lue)

Das Szenario in diesem Jahr war in Europa ungewöhnlich. Nach einem soliden Start verlor der Markt im Vergleich zu den USA an Schwung. Der Grund: Die Stärke des Euro hat die Exporteure belastet und einen Großteil der relativen Underperformance gegenüber den USA erklärt.

Dieser Gegenwind sowie die Unsicherheit hinsichtlich der Zölle, hat die Investitionsentscheidungen bei einigen globalen Unternehmen auf Eis gelegt und die Anleger in Richtung Europas Binnenwerte gedrängt. Dazu zählen Banken, Industrieunternehmen sowie die Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie. Dies war das Jahr der binnenorientierten europäischen Sektoren.

Mit Blick auf 2026 erwarten wir eine allmähliche Normalisierung. Wahrscheinlich haben wir bereits die schlimmste Phase der Dollarabwertung hinter uns. Wenn dieser Druck nachlässt, dürften die Exporteure wieder stärker von der Ertragsdynamik profitieren. Diese Wende würde zu einem weiteren Faktor passen: Europa ist der einzige große Markt, der in den letzten 12 Monaten keine wirkliche Verbesserung der Multiplikatoren gesehen hat.

Eine Veränderung im Konjunkturzyklus und die fiskalischen Impulse in Deutschland könnten als Katalysatoren für Gewinne und somit für eine Verbesserung der Bewertungen wirken. Selbst in den am stärksten betroffenen Segmenten von 2025, wie beispielsweise der Konsumgüterbereich – sehen wir Anzeichen für eine Erholung. Es ist eine Stabilisierung der Konsumgewohnheiten zu beobachten, was die Erholung verschiedener Unternehmen unterstützen dürfte.

 

Ein Beitrag von Francesco Sedati
Er ist seit Juni 2019 Head of Equity Research and Portfolio Management bei Eurizon. Er hat einen MBA der London Business School und schloss 1999 sein Studium an der LUISS Guido Carli ab.

 

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