Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Der Bärenmarkt an den Aktienbörsen hat in den vergangenen Wochen viele Investoren geradezu verschreckt. Aus manchen Gewinnen sind binnen kurzer Zeit satte Verluste geworden. Nach den Jahren guter Renditen für viele eine neue Erfahrung. Das Klima an den Finanzmärkten wird zunehmend rauer. Wohin nun mit den Anlagegeldern? Zu bedenken ist, dass eine der vielen Börsenweisheiten nach wie vor richtig ist: Hin und Her macht Taschen leer. Insofern geht es nicht nur um die Performance von Wertpapieren, sondern auch um die Frage der Kosten.

Bei der Analyse einzelner Anlageprodukte darf der detailgenaue Blick auf die Kosten nicht fehlen. Denn für die Verwaltung des Fondsvermögens fallen Gebühren an, die dann die berechnete Rendite mindern. Und spätestens an diesem Punkt kommt erneut die ganze Bandbreite an strukturierten Wertpapieren ins Spiel, die auch unter Kostengesichtspunkten den Vergleich mit anderen Anlageklassen nicht zu scheuen braucht.

In diesem Kontext hat der wissenschaftliche Beirat des Deutschen Derivate Verbands vor einem Jahr eine umfassende Kostenstudie erstellt, die nach Umfang und Detailgenauigkeit ziemlich einmalig ist. Es stellte sich empirisch heraus, dass die jährlichen Kosten der Anlage in Zertifikate durchschnittlich 0,71 Prozent betragen. Selbst wenn man die Absicherungskosten, also die Einkaufskosten der Produktkomponenten hinzurechnet, übersteigt der Wert für die Gesamtkosten die 1-Prozent-Marke in der Regel nur knapp.

In diesen Gesamtkosten ist auch die sogenannte erwartete Emittentenmarge enthalten. Diese enthält den erwarteten Gewinn und deckt auch sämtliche operative Kosten des Emittenten ab. Die Kostenstudie des Wissenschaftlichen Beirats ermittelt eine erwartete Emittentenmarge von 0,3 Prozent pro Laufzeitjahr. Die Emittentenmargen von Zertifikaten sind somit sehr viel kleiner als vielfach angenommen. Der Wettbewerb unter den hierzulande tätigen Emittenten macht diesen vergleichsweise geringen Kostenblock aus. Und die ausgewiesenen Kosten werden in den Basisinformationsblättern bzw. Produktinformationsblättern von den Zertifikate-Emittenten transparent gemacht und entsprechend kommuniziert.

Entgegen dem mitunter weit verbreiteten Vorurteil, Zertifikate seien teuer, trifft das Gegenteil zu. Die Offenlegung dieser Kosten lässt den Vergleich mit anderen Anlageprodukten zu, eines der erklärten Ziele der europäischen Aufsichtsbehörden. Insofern können strukturierte Wertpapiere aus Wertentwicklungs- und Kostengründen eine sinnvolle Bereicherung in jedem breit diversifizierten Portfolio sein.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: DDV / Pressefoto Deutsche Börse AG

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